Manuela, Krankenschwester und alleinerziehende Mutter, verliert ihren siebzehnjährigen Sohn Esteban bei einem Unfall. Von Trauer und Schuldgefühlen getrieben, reist sie von Madrid nach Barcelona, um Estebans Vater zu finden. In Barcelona begegnet sie einer Wahlfamilie aus Frauen: der schwangeren Nonne Rosa, der impulsiven Schauspielerin Rojo und der warmherzigen trans Frau Agrado. Sie findet Fürsorge und Solidarität.
In Almodóvars Werk markiert der Film einen künstlerischen und internationalen Höhepunkt. Nach den grellen, provokanten Komödien seiner frühen Jahre verbindet er Melodramatik mit reifer emotionaler Tiefe. 2000 wurde der Film mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet und machte Almodóvar endgültig zu einer festen Größe des Weltkinos. Mit Themen, die sein Werk seit jeher prägen – starke Frauenfiguren, performative Identität, die Vermischung von Bühne und Leben –, entwirft er eine matriarchale Welt, in der Mutterschaft nicht an Biologie gebunden ist, sondern als Akt der Hingabe und Imagination erscheint. Zugleich spiegelt der Film das Theater als Raum der Kreation: Figuren spielen Rollen, Frauen spielen Mütter, Männer werden zu Frauen, Identität wird performativ. So wird Mutterschaft selbst zu einer künstlerischen Praxis und zu einem Akt des Erzählens und Erfindens.
Einführung am 23.6.: Philipp Hanke (Filmmuseum)
In Kooperation mit Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums
Preisinformation:
Eintrittspreise 7 Euro · ermäßigt 5 Euro · mit Black-Box-Pass 4 Euro · Kartenreservierung Tel 0211 - 8992232