Regie: Wim Wenders
BRD/USA, 1983-85, 92 Minuten, Englisch, Japanisch, DCP
Wim Wenders (geb. 1945) ist als wichtiger Vorreiter des Neuen Deutschen Films der 1970er Jahre international bekannt geworden und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Weltkinos der Gegenwart. Neben vielfach preisgekrönten Spielfilmen umfasst sein Werk als Drehbuchautor, Regisseur, Produzent, Photograph und Buchautor zahlreiche innovative Dokumentarfilme, weltweit präsentierte Photoausstellungen sowie Bildbände, Filmbücher und Textsammlungen.
2022 wurde er mit dem auch als „Nobelpreis der Künste“ bezeichnete Praemium Imperiale der Japan Art Association ausgezeichnet.
Für TOKYO-GA hat Wenders sich auf die Spurensuche von Ozu Yasujirô im Tokyo der 1980er Jahre begeben und u.a. Interviews mit dessen Kameramann Atsuta Yûharu und dem Schauspieler Ryû Chishû geführt, der in vielen Filmen von Ozu in Hauptrollen zu sehen war.
Ein Auszug aus Wim Wenders‘ Erzählstimme: „Wenn diese Filme auch durch und durch japanisch sind, so sind sie doch auch global. Ich habe in ihnen alle Familien, in allen Ländern der Welt, sowie auch meine eigenen Eltern, meinen Bruder und mich selber wiedererkannt. Niemals zuvor und niemals wieder war der Film so nahe seiner Essenz und seiner Bestimmung: ein Bild zu zeigen vom Menschen in unserem Jahrhundert, ein brauchbares, wahres und gültiges Bild, in welchem er nicht nur sich selber sieht, sondern vielmehr etwas über sich selbst lernen kann.“
Filmreihe
Ozu Yasujirô (1903 - 1963)
Eine Hommage an die japanische Regie-Legende
Ozu Yasujirô zählt zu den international renommiertesten Regisseuren Japans. Aus Anlass seines 120. Geburtstages, den er in diesem Jahr feiern würde, hat die Produktionsgesellschaft Shôchiku gemeinsam mit der Japan Foundation mehrere Werke digital restauriert, von denen wir sechs vorstellen. Ergänzt wird die Reihe durch TOKYO-GA von Meisterregisseur Wim Wenders.
Der Perfektionist Ozu entwickelte eine unverwechselbare Filmästhetik, die er mit strikter Konsequenz verfolgte. Charakteristisch sind Kameraeinstellungen, bei denen das Geschehen in Augenhöhe eines auf dem Boden Sitzenden aufgenommen wurde, wobei Ozu grundsätzlich ein 50mm-Objektiv verwendete. Auch leistete er ganz bewusst Verzicht auf Überblendungen, Kamerafahrten oder Schwenks und beschränkte sich auf starre Einstellungen und einfache Schnitte.
In nahezu allen Filmen thematisierte Ozu die komplexen Beziehungen innerhalb einer Familie und schilderte die vielschichtigen emotionalen Verflechtungen zwischen den verschiedenen Generationen.
Sowohl hinter als auch vor der Kamera verband ihn die Zusammenarbeit mit einem eingespielten und profilierten Team, viele seiner Schauspielerinnen und Schauspieler zählten zu den Stars ihrer Zeit.
Die Reihe ist eine Kooperation mit dem Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V. in Berlin, dem Metropolis Kino, Kinemathek Hamburg e.V. sowie dem Filmhaus Nürnberg im KunstKulturQuartier.
Preisinformation:
Eintritt frei