Regie: OZU Yasujirô
1953, 135 Minuten, OmeU, DCP
Das wohl berühmteste Meisterwerk von Ozu beschreibt die Entfremdung zwischen den verschiedenen Generationen einer Familie. Das Ehepaar Hirayama reist nach Tokyo, um seine Kinder und Enkel zu besuchen. Doch schon bald werden die beiden zum Störfaktor, weil niemand Lust hat, sich um sie zu kümmern. Einzig von Noriko, die mit einem im Weltkrieg vermissten Sohn verheiratet war, erfahren sie Wärme und Zuwendung. Um nicht länger zur Last zu fallen, fährt das Paar zu einer heißen Quelle, fühlt sich aber auch dort wegen lauthals feiernder Jugendlicher unwohl. Auf der Heimreise erleidet die Frau einen Schwächeanfall, so dass ein Zwischenstopp bei einem Sohn in Osaka eingelegt wird. Wieder zu Hause eilen die Kinder an das Sterbebett ihrer Mutter. Kurz nach der Beerdigung reisen alle bis auf Noriko ab und lassen den Vater alleine zurück.
Filmreihe
Ozu Yasujirô (1903 - 1963)
Eine Hommage an die japanische Regie-Legende
Ozu Yasujirô zählt zu den international renommiertesten Regisseuren Japans. Aus Anlass seines 120. Geburtstages, den er in diesem Jahr feiern würde, hat die Produktionsgesellschaft Shôchiku gemeinsam mit der Japan Foundation mehrere Werke digital restauriert, von denen wir sechs vorstellen. Ergänzt wird die Reihe durch TOKYO-GA von Meisterregisseur Wim Wenders.
Der Perfektionist Ozu entwickelte eine unverwechselbare Filmästhetik, die er mit strikter Konsequenz verfolgte. Charakteristisch sind Kameraeinstellungen, bei denen das Geschehen in Augenhöhe eines auf dem Boden Sitzenden aufgenommen wurde, wobei Ozu grundsätzlich ein 50mm-Objektiv verwendete. Auch leistete er ganz bewusst Verzicht auf Überblendungen, Kamerafahrten oder Schwenks und beschränkte sich auf starre Einstellungen und einfache Schnitte.
In nahezu allen Filmen thematisierte Ozu die komplexen Beziehungen innerhalb einer Familie und schilderte die vielschichtigen emotionalen Verflechtungen zwischen den verschiedenen Generationen.
Sowohl hinter als auch vor der Kamera verband ihn die Zusammenarbeit mit einem eingespielten und profilierten Team, viele seiner Schauspielerinnen und Schauspieler zählten zu den Stars ihrer Zeit.
Die Reihe ist eine Kooperation mit dem Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V. in Berlin, dem Metropolis Kino, Kinemathek Hamburg e.V. sowie dem Filmhaus Nürnberg im KunstKulturQuartier.
Preisinformation:
Eintritt frei