Das sagt der/die Veranstalter:in:
Im April 2026 veranstaltet das Trickster Orchestra sein erstes eigenes Festival. Im Rahmen der „TransTraditionale – Musikfest der globalen Gegenwart“ kommen im Radialsystem über drei Tage einige der virtuosesten Solist*innen, Komponist*innen und spannendsten Ensembles der postmigrantischen Musikszene zusammen und stellen sich erstmals als klanglich hochinnovative Szene des zeitgenössischen Musikgeschehens vor. Das Ensemble schließt mit dem Festival sein Transtraditionelles Musiklabor ab, das über einen Zeitraum von zwei Jahren Aspekte einer transtraditionellen Musikpraxis erforscht hat.
Das 21. Jahrhundert ist geprägt von Bewegung, Verwandlung und neuen Gemeinschaften. Durch viele Jahrzehnte der globalen Migration stehen übliche Grenzziehungen zwischen Genres und Kulturen heute quer zu geographischen, ethnischen und zeitlichen Ordnungen. Dennoch entwickelt sich die zeitgenössische Musik in Europa noch immer bemerkenswert stark entlang der Klangsphären des letzten und vorletzten Jahrhunderts.
Doch etwas tut sich. An vielen Orten haben sich Musiker*innen über Genregrenzen hinweg zusammengetan, um nach neuen Orchesterformen und Klängen zu suchen. Sie wollen das Potenzial der globalen Klangvielfalt nutzen, um so eine neue künstlerische Komplexität zu ermöglichen, die eine weitaus größere kreative Tiefe verspricht – frei nach dem Philosophen Arnold I. Davidson: Multiplikation der Perspektiven bedeutet Multiplikation der Möglichkeiten.
Das Festival erkundet diese klanglichen Mosaike zwischen Improvisation und Komposition, in denen globale Instrumente und Traditionen zu Werkzeugkästen für innovative, verflochtene Klangerlebnisse werden. Das Festival möchte diese Szene vernetzen und sie als Impulsgeberin positionieren – hin zu einer klanglichen Gegenwart in der Kunstmusik, die sich jenseits westlich geprägter Avantgarde-Kanonisierung entfaltet. Es öffnet so Wege, auf denen die zeitgenössische Musik anschlussfähig für eine postmigrantische, offene und vielfältige Gesellschaft wird. Denn zeitgenössisch zu sein, das bedeutet Grenzüberschreitung, Multiperspektivität und Verwandlung.
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