FOTO: © (c) ocelot
Tschechien übersetzen
Das sagt der/die Veranstalter:in:
2026 ist Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse, doch wer liest tschechische Werke im Original? Ohne Literaturübersetzende keine Weltliteratur – einer alten Ocelot-Tradition gemäß laden wir deshalb am Internationalen Übersetzertag Übersetzer:innen ein, uns die Literaturlandschaft des Gastlandes vorzustellen, in die Besonderheiten von dessen Sprache einzuführen und genauer zu verstehen, welche Herausforderungen sich in der Begegnung mit ausgewählten Neuerscheinungen, den Autor:innen, mit Mutter- und Fremdsprache und dem Umgang mit den eigenen Stimmen stellen – denn letztlich prägt all das unser Blick auf ein Land mit.
Eva Profousová wurde in Prag geboren und flüchtete mit 20 Jahren ohne Aussicht auf Rückkehr aus der Tschechoslowakei nach Hamburg. Nach einem Slawistik- und Geschichtsstudium begann sie bald schon zu übersetzen, und zwar – damals noch ein No-go – in die Fremdsprache Deutsch. Seitdem macht sie, vielfach ausgezeichnet, große Autor:innen ihres Herkunftslandes wie Václav Havel, Karel Čapek, Jáchym Topol oder Radka Denemarková einem deutschen Publikum zugänglich. Daneben kuratiert und moderiert sie Festivals, Lesereihen und Literaturveranstaltungen und tritt als Vorleserin auf. Im Ocelot wird sie uns in Lesung und Gespräch in ihre Arbeit an Radka Denemarkovás furiosem Romanpanorama Schokoladenblut (Hoffmann und Campe) über das Schreiben als Akt des Widerstands in einer Welt des Kapitals, der Nation und Selbstzensur mitnehmen.
Barbora Schnelle wurde in Brno geboren, ist Theaterwissenschaftlerin und -kritikerin, Kulturmanagerin und Herausgeberin, Mitgründerin von Drama Panorama und vor allem Expertin für die Übersetzung von Texten, die oft nur aus Dialogen bestehen: Dramatik, Übertitel und Comics. Dabei übersetzt sie sowohl ins Tschechische (z.B. Stücke von Elfriede Jelinek, Sivan Ben Yishai oder Werner Schwab) als auch ins Deutsche (z.B. Roman Sikora, Anna Saavedra oder Tomáš Dianiška) Welche Adaptionen sind nötig, damit ein Text in einer anderen Sprache "sprechbar" wird und "performativ" wirkt? Welche Besonderheiten hat das Übersetzen für Bühnensituationen, welche für ein junges Publikum? Wie findet man Texte, die unbedingt die Grenzen passieren sollten? Über das und viel mehr wird sie anhand der berührenden, preisgekrönten Graphic Novel Weder Junge noch Mädchen von Marita Kelbl und des Stücks Schloss an der Loire von Roman Sikora sprechen.
Claudia Hamm moderiert seit Jahren den Hieronymustag im Ocelot. Sie ist Autorin von Essays, Theaterstücken und Prosa, übersetzt seit 16 Jahren die Werke Emmanuel Carrères, aber auch Bücher von Yasmina Reza, Joseph Andras, Édouard Levé oder Mathias Énard und war als Regisseurin und Dramaturgin selbst viele Jahre in Theatern im deutschsprachigen Raum, Frankreich und Italien tätig.
Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Slawistik und Hungarologie der Humboldt-Universität zu Berlin.
Preisinformation:
*der ermäßigte Preis gilt für alle, für die der reguläre Preis eine Hürde darstellt (z.B. Studierende, Auszubildende oder Menschen mit geringem Auskommen). Wir vertrauen auf Selbsteinschätzung.
Location
Angaben zur Barrierefreiheit
Für dieses Event liegen uns keine Infos zur Barrierefreiheit vor.
Alles zum Thema Barrierefreiheit bei Rausgegangen findest du hier.