Das Menschenbild in der Malerei ist im Grunde eine Geschichte davon, wie der Mensch sich selbst versteht – religiös, philosophisch, gesellschaftlich. In den Arbeiten von Kathrin Henschler wird der Mensch nicht als bloßes Abbild gezeigt, sondern als hehre Idee, konstruierte Vorstellung und kulturelle Überlegung. Die Ikonografie wird reflektiert, selbst zum Thema gemacht. Was bedeutet ein Gesicht, was bedeutet eine Geste? Was bleibt, was hat bestand? In den Bildern begegnet diese Zeitlosigkeit des Seins Zitaten aus der klassischen Kunstgeschichte und Philosophie sowie Figuren aus der Mythologie. Entsprechend diesem vielschichtigen inhaltlichen Ansatz weicht Henschler in der technischen Ausführung von dem gängigen Verfahren der Ölmalerei ab und präsentiert Hinterglas- und Schichtmalerei sowie Skulptur. Der formale Ansatz verstärkt so den inhaltlichen Ausdruck.
Kathrin Henschler in Naumburg geboren, studierte Malerei an der Burg Giebichenstein Halle (Saale), an der HGB Leipzig und am Camberwell College of Arts, London. Sie lebt und arbeitet in Leipzig und Naumburg.
Die Laudatio zur Vernissage hält Dr. Ulrike Brinkmann; Timm Völker und Florian Funke begleiten den Abend musikalisch.