Die Raketenstation der NATO, auf der zwischen 1968 und 1985 belgische und amerikanische Militärstreitkräfte stationiert waren, war karg, streng bewacht – ein Sperrgebiet. Genau darin sah der Sammler und Mäzen Karl-Heinrich Müller die Qualität dieses Ortes: In ihrer militärisch-technischen Wirkung würde die Raketenstation einen Gegenpol zur Insel Hombroich schaffen. Daher sollte sie „in ihrer nüchternen, kalten Form als Zeichen dieses Jahrhunderts“ erhalten werden. Schon im Dezember 1984 hatte Müller sich an den Bundesminister für Verteidigung gewandt: Er habe gehört die Raketenstation würde bald geschlossen werden und er würde das Areal gerne kaufen oder zumindest anmieten. Bis zum Kauf vergingen allerdings noch Jahre, erst im Frühjahr 1994 begannen die konkreten Planungen zur Renovierung, Neustrukturierung und Etablierung der Raketenstation als „Kulturlabor“, einem Ort, an dem die Künste zwischen der Anerkennung des Standortes und dem multiperspektivischen Weiter- und Umdenken Wurzeln schlagen sollten.
Die Ausstellung in den Räumen für Fotografie versammelt fotografische Dokumentationen der früheren Raketenstation, NATO Lagepläne sowie Grundrisszeichnungen zum Ausbau und zur Begrünung des Areals, die den Übergang vom Militärstandort zum Ort der Künste abbilden. In Konzeptpapieren, Briefwechseln, Skizzen und Werken Karl-Heinrich Müllers und weiterer Akteur:innen der Raketenstation kann diesem Prozess nachgespürt werden.
Eröffnung
Sonntag, 19. April 2025
Räume für Fotografie, Siza-Pavillon, Raketenstation
Danach geöffnet: Samstag, Sonntag sowie an Feiertagen, 12 bis 17 Uhr