FOTO: © GEDOK Berlin

Von Unruhe zu Form

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Ausstellung Eva Moeller – Malerei - Von der Unruhe zur Form

 

Auch in diesem Jahr möchte der GEDOK e.V. in seiner Charlottenburger Galerie einem langjährigen und verdienten Mitglied eine Einzelausstellung widmen, der Berliner Malerin Eva Moeller. Es ist eine herausragende Tradition des Künstelrinnen-Vereins, die künstlerische Tätigkeit einer im Berliner Kunst-leben verankerten Persönlichkeit vorzustellen und gleichermaßen damit die Gründungsidee der Stifterin des Vereins, der Hamburger Dichterin Ida Dehmel, zu betonen. Verborgene Qualitäten von kreativ arbeitenden, denkenden und sich am kulturellen Fortschritt beteiligenden Frauen galt es vor 100 Jahren einen Platz im öffentlichen, deutschsprachigen Leben einzuräumen. Ihre Könnerschaften sollten parallel zum akademischen Diskurs sichtbar, erwerbbar und diskussionsfähig werden. Jetzt feiern wir das Jubiläum einer großartigen Idee verbunden mit einem sehenswerten Oeuvre und fragen, haben wir nach einem Jahrhundert die fortschrittlichen und aufgeschlossenen Ambitionen Dehmels eingelöst?

 

Somit sind alle Kunstinteressierten herzlich eingeladen, ihren Blick auf das eigenständige Lebenswerk der 84jährigen Künstlerin zu werfen, die ihr Leben jenseits des klassischen Kunstkonsums autonom entwickeln konnte. Abge-sichert in der Kontinuität einer berufstätigen Städterin gelang Eva Moeller ein  bruchloses und erfolgreiches berufliches Fortkommen. Neben der Freien Kunst  transferierte sie ihr malerisches Wissen mehrere Jahrzehnte veranwortungs-voll ins Volk, als VHS-Kursleiterin in Steglitz. Ihr beständiges Dasein in Berlin definierte den kulturellen Kern, künstlerische Austauschreisen die Erfahrung von Natur in allen geografischen Eigenarten. Berlin ist ihr Ort, dem sie das spezielle Stadtgefühl entnimmt und zum Leitmotiv macht. Moeller zeigt in ihrem Werk, das nach einem Malereistudium an der Hochschule der Künste am Steinplatz ab 1985 eine freischaffende Künstlerexistenz ermöglichte, einen stets neugierigen Umgang mit ihrer Herkunft. Es ist das flaniernende Ent-decken wie es nur aufmerksamen, wachen Großstädtern gelingt, die nicht ablehnen, sondern hingucken. Ihre Motive liegen am Weg, spiegeln die Realität in Phantasie, begreifen Architektur als städtisches Raumbild, die Veränderung geht von den Bewegungen der Passanten aus. Impressionen wie sie die frühen Avantgardisten der modernen Malerei vor 1900 in der farbgesättigten Meta-phorik der freien Natur suchten, schwingen bei einer Malerin wie Eva Moeller immer noch mit. Mit ihrem Ausdrucksträger einer lichtpulsierenden, weitge-spannten Farbpalette abstrahiert sie aus der Lautheit der Gegenwart Allusionen und formt sie zu stillebenhaften Verdichtungen.

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