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Teilnehmende Künstler:innen:
Aras Gökten, Axel Beyer, Carsten Borck, Eva Schmeckenbecher, falk.brvt, Jewgeni Roppel, Lali Endl, Marie Spellerberg, Michael Hennings, Michael Penner, Sarah Bender-Kronberg, Thibaut Derien, Yolanda Buchhold
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Die xpon-art gallery richtet wie jedes Mal zum Hamburger Architektur Sommer eine thematische Gruppenausstellung zeitgenössischer Kunst aus, die es Kunstschaffenden ermöglicht, aktuell an künstlerischen und gesellschaftlichen Dialogen mitzuwirken. Die nicht bindende Ideenskizze für den Open Call lautete:
wünsche äußern dürfen / ideen ausgrenzen - verstaubte ansichten konservieren / etabliertes wissen einbringen - altruistisches geben / bevormundung von wissensträgern - animieren zum weiteren agieren / bestimmen weil man es kann - partizipationen ermöglichen / interessen kontrollieren - vorschreiben um auszugrenzen / verbindliches regelwerk um vergleichbarkeit zu gewährleisten ::: und ist das was dann rauskommt mehr als nur schöner schein :: malen nach zahlen / kreative losungen.
Aus den Einreichungen wurden Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Objekt, Video, Installation, Zeichnung und Lithografie ausgewählt.
Wir freuen uns, zusammen mit Marcard Pro Arte die Fotografien des Franzosen Thibaut Derien etwas umfangreicher zeigen zu können.
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Die Fotoserie "J'habite une ville fantôme" zeigt noch existierende, aber verlassene Läden, Symbole einer vergangenen Zeit, einem vergessenen Handel, einer verblühten Mode, hinweg gefegt von Ketten und Franchise Unternehmen, von Konsumenten, denen die alten Läden gleichgültig sind. THIBAUT DERIEN gehört zu der Gruppe von Fotografen, die aus Dokumentarfotografie Kunst machen, aber auch alarmiert sind ob der Veränderung in unserer Gesellschaft. Seine Geisterstadt zwingt uns, uns unserer Verantwortung zu stellen, zeigt uns aber auch die Schönheit, die dem Vergangenen anhaftet.
Bank- und Versicherungsgebäude in Stuttgart erinnerten EVA SCHMECKENBECHER schon 2004 oft an Raumschiffe. Die fragmentierten Fotografien dieser Bauwerke dienten dann als Entwürfe für massive Bronzeobjekte. Im Video „UWOs – Unbekannte Wertobjekte“ schweben sie völlig losgelöst durchs Bild.
Ähnlich losgelöst, aber anders stellt ARAS GÖKTEN in seinen Arbeiten das Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Architektur in Frage. Seine Fotografien versteht er als Türöffner für innere Bilder und Assoziationsräume, die den Entstehungsprozess neuer Stadträume und den Einsatz von Natur reflektieren.
Architektur als dynamischen Prozess untersucht JEWGENI ROPPEL mit der fotografischen Serie „ELPHOS — fluid structures“, in der durch Licht und Reflexion feste Strukturen der Elbphilharmonie visuell aufgelöst und neu organisiert werden. Durch algorithmische Bearbeitung wird die entstehende Bewegung fortgesetzt und die Bilder weiter transformiert. Formen werden weiter verschoben, verdichtet und fragmentiert, und neue visuelle Konstellationen erzeugt. Sichtbar gemacht wird nicht das Gebäude, sondern das Dazwischen: der Moment, in dem Wahrnehmung Struktur überschreibt und etwas Eigenständiges entsteht. Licht wird zu Raum, und Raum zu Erscheinung.
CARSTEN BORCK hingegen ist ganz pragmatisch und hat unsere Ausschreibung wörtlich interpretiert und zum Thema seiner Arbeit gemacht. Herausgekommen ist eine ironisch-augenzwinkernde Auseinandersetzung mit den Bedingungen von Wettbewerben, egal ob in Architektur, Kunst oder Kunst am Bau.
„Beyond the limitations“ dann wieder bei den Zeichnungen von LALI ENDL. Jenseits von Begrenzungen verschiebt sich die Wahrnehmung und formt neue Wirklichkeiten von Architektur, die Räume erschafft und Körper prägt. Die Physis transformiert sich, löst sich auf und wächst über sich hinaus.
Ebenfalls „räumliche Projektionen“ in der Serie von MARIE SPELLERBERG. Sie besteht aus sieben Lithografien, bei der die Motive aus Fotografien architektonischer Elemente mit Strukturen von Fundstücken zusammengesetzt werden. Eigenschaften sozialer Gruppen bestimmen die Gestaltung des uns umgebenden Raumes. Prozesse des Ein - und Ausschließens werden in den Vordergrund gerückt – und die Frage, welche Menschen sich wo aufhalten (dürfen).
Dem gegenübergestellt die Arbeit „Versprechen“ von SARAH BENDER-KRONBERG: Ein Uhrengehäuse, das Ordnung vorgibt. Im Inneren jedoch ein Raum ohne Halt. „Das äußere System hat seine Funktion verloren. Das Innere erst recht.“
Die Fotoinstallation „BAR 227“ von AXEL BEYER behandelt wie auch die Fotoserie von Thibaut Derien eine Architektur des Verschwindens. Gezeigt wird, und das nahezu in Lebensgröße, der Musikclub an der Max-Brauer-Allee in Hamburg Altona, der dem Bauprojekt „Neue Sternbrücke“ jüngst als letzter zum Opfer gefallen ist. Durch die Planung einer riesigen Bogenbrücke entstand die Vorgabe, benötigten Raum durch Abriss angrenzender Gebäude zu schaffen. Trotz vieler Proteste und Initiativen wurden Fakten geschaffen, um das Projekt zu realisieren.
Die Club-und Kneipenkultur, die über Jahrzehnte in diesem Stadtraum entstanden ist, existiert nicht mehr.
MICHAEL HENNINGS bewegt sich mit seiner Arbeit zwischen Kunst und Architektur und entwickelt daraus eine eigenständige, räumlich gedachte Bildsprache. Im Fokus steht der Umgang mit dem Bestand sowie Fragen nach Materialkreisläufen und der sozialen Wirkung von Bauprozessen. Seine Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf die gebaute Umwelt und deren zukünftige Entwicklung.
YOLANDA BUCHHOLD sah bei einer Reise durch Japan sehr unterschiedliche Tapemuster an den Fensterscheiben – sie wirkten fröhlich, bunt und kunstvoll – wie Sterne oder Blumen. „Schön!” dachte sie einfach jedes Mal, wenn sie an einem beklebten Fenster vorbeilief. Die eigentliche Funktion des Tapes vor zerstörerischen und unberechenbaren Taifunen zu schützen war ihr lange nicht klar. Ihre Faszination für diese Fenstertapemuster setzte sie dann mit der Objektserie „Tapefull“ um. Die 3D Objekte greifen mit den Rahmen die Tapemuster auf und halten beides fest, das Schöne, wie das scheinbar Sichere.
Die Serie „color chords“ von FALK VON TRAUBENBERG (falk.brvt) hat ihren Ursprung ebenfalls in Reise, nach China im Herbst 2025. Ausgangspunkt sind fotografischen Aufnahmen von Spiegelungen in Glas, auf Wasser, im Regen im urbanen Raum, in denen sich Innen und Außen überlagern. Durch Reduktion, Dehnung und Bewegungsunschärfe werden diese fotografierten realen Situationen in eine klare Bildstruktur überführt. Horizontale Farbbahnen entstehen, Bildkörper fügen sich zu einem Panorama. Die Setzung ist einfach, aber die Wirkung verschiebt sich: Die Farbfelder sind getrennt und zugleich in Bewegung. Es entsteht ein Zustand zwischen Stillstand und Bewegung. Zeit scheint gestreckt, während das Bild zugleich in Bewegung gerät. Architektur erscheint nicht mehr als gebauter Raum, sondern als visuelle Ordnung – als Resonanzraum, der sich im Sehen entfaltet.
Als letztes ein Versprechen auf die nächste Ausstellung mit drei fotografischen Positionen, in denen die Entwicklung der Stadt aus ungewöhnlichen Perspektiven gezeigt werden wird, mit Beobachtungen von Flaneuren, die einen besonderen Blick teilen, Photographien, die über Momentaufnahmen hinausgehen, Prozesse widerspiegeln und ohne viel Worte die Liebe zu und in der Stadt reflektieren. Sie wird sowohl im Rahmen des Architektur Sommers stattfinden, wie parallel zur Phototriennale.
Die Serie „The Promise“ von einem dieser Flaneure, MICHAEL PENNER, setzt sich mit den „Potemkinschen Dörfern“ der Baustellen-Bildbanner und ihren Darstellungen in Bezug auf die dahinter existierenden Baustellen auseinander. Das Davor und Dahinter verschmilzt, die gewohnte optische Ordnung gerät ins Wanken, es entstehen surreale Welten. Es sind, das gilt es festzuhalten, keine Collagen, es wurde schlichtweg fotografiert, was man (oder ein Fotograf) sehen kann. Wir zeigen vorab ein Bild aus dieser Serie - mit den Deichtorhallen.
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Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an; wenn Sie Durst haben, auch. Wir bieten nichts an, was wir nicht auch selber trinken würden, Getränke sind gegen Spende erhältlich. Der Eintritt ist frei, weil jeder Zugang zu Kultur haben soll. Sie dürfen allerdings gerne welchen spenden, wenn Sie den sonst auch honorieren. Wir konzipieren diese Ausstellungen und betreiben diesen Raum, weil wir es wichtig finden, dass es konstante und anspruchsvolle Positionen zwischen und neben staatlichen Museen und kommerziellen Galerien einerseits und wechselnden Plattformen für Nachwuchskunst andererseits gibt - zum einen, um Kunstschaffende besser zu fördern, zum anderen, um eine lebendigere Kultur für den Dialog von Kunst und Gesellschaft zu schaffen. Wir mischen Etablierte mit Beginnenden. Was uns interessiert, ist die Qualität und das Potential. Wenn sie diese Arbeit unterstützen möchten, sprechen sie uns gerne an - oder empfehlen uns einfach weiter.
Die Erzählungen dieser Ausstellung wurden geschaffen von den Künstler:innen. Die Textredaktion hatte Gerald Chors.
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Laufzeit:
Donnerstag, 7. bis Sonntag, 31. Mai 2026
Öffnungszeiten:
Samstags, Sonntags, Montags und Dienstags 18 - 21 Uhr (und n. V.)
Vernissage:
Donnerstag, 7. Mai 2026 um 19 Uhr
Finissage:
Sonntag, 31. Mai 11-16 Uhr
Ort:
xpon-art gallery
Repsoldstraße 45
20097 Hamburg
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Über abweichende Öffnungszeiten informieren wir Sie auf unserer Homepage, unserem Instagram Account @xponartgallery und unserer Facebook Seite facebook.com/xponart
Nach der Ausstellung werden, insbesondere auch für diejenigen interessant, denen ein Besuch nicht möglich ist, 360°-Ansichten auf der Homepage eingepflegt.
Wir bitten, trotz allem an Corona und die Grippewelle zu denken und sich entsprechend zu verhalten.
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Mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg
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Preisinformation:
Der Eintritt ist frei, weil jeder Zugang zu Kultur haben soll. Sie dürfen allerdings gerne welchen spenden, wenn Sie den sonst auch honorieren. Getränke sind gegen Spende erhältlich. Wir bieten nichts an, was wir nicht auch selber trinken würden. Wir konzipieren diese Ausstellungen und betreiben diesen Raum, weil wir es wichtig finden, dass es konstante und anspruchsvolle Positionen zwischen staatlichen Museen und kommerziellen Galerien einerseits und wechselnden Plattformen für Nachwuchskunst andererseits gibt - zum einen, um noch nicht etablierte Kunstschaffende besser zu fördern, und zum anderen, um eine lebendigere Kultur für die Kommunikation zwischen Kunst und Öffentlichkeit zu schaffen.
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