Dieser Vortrag (in eglischer Sprache) untersucht die einzigartige Verbreitung von faltbaren, interaktiven Papierillustrationen in perspektivischen und geometrischen Abhandlungen während der frühen Neuzeit in Großbritannien. Von einfachen Diagrammen bis hin zu komplexen, durch die Überschneidung mehrerer Ebenen gebildeten Gelenkstrukturen betonen solche „beweglichen Schemata” – wie sie traditionell genannt wurden – die Bedeutung der Taktilität in der räumlichen Darstellung. Faltbare Körper unterschiedlicher Komplexität ermöglichten es den Leser*innen, die elementarsten Bestandteile der Geometrie zu zerlegen, so wie Papieranatomien Schicht für Schicht die inneren Vorgänge des menschlichen Körpers offenbarten.
Dieser Vortrag untersucht, wie das scheinbar harmlose Falten von Papier, Hände und Köpfe an die Logik des Greifens und Aneignens gewöhnt hat, was insbesondere in einer Zeit der kolonialen Expansion nützlich war. Im Anschluss daran findet ein in Zusammenarbeit mit Fari Shams konzipierter Workshop statt, in dem die Zuhörer*innen eingeladen sind, individuell und gemeinsam Formen zu falten und zu entfalten.
Pierre Von-Ow ist Dozent für frühneuzeitliche Kunstgeschichte an der University of St Andrews, Übersetzer und Kurator. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Schnittstellen zwischen Kunst, Wissen und Behinderung in der frühen Neuzeit. Von 2024 bis 2025 war Pierre Stipendiat für Kunstgeschichte an der Académie de France à Rome – Villa Médicis, wo er sich mit der Rolle des Tastsinns und der Blindheit in der Geschichte der räumlichen Darstellung befasste. Ein von seiner Forschung inspirierter Artikel mit dem Titel „Touching Colors: Notes on the Making of Tact-similes” erscheint in Kürze in der Zeitschrift Studiolo (Frühjahr 2026).
Gemeinsam Events erleben
Events werden noch schöner wenn wir sie teilen! Deshalb kannst du dich jetzt mit Friends und anderen Usern vernetzen um Events gemeinsam zu besuchen. Loslegen