Waiting Rooms
Veranstaltungsreihe der Initiative Adalbert Neun bleibt für die Rettung des Kreuzberger Kunst- und Kulturstandorts in der Adalbertstraße 9
Waiting Room #1 – Under Pressure
27.–29.9.2024
Gruppenausstellung POPTICUM, urban fragment observatory, spätispäti, Alissia Hoffmann, Helena Rafalsky und Jeanne Astrup-Chauvaux
Eröffnung, Freitag, 27. September, 19 Uhr, CASINO mit spätispäti um 20:30 Uhr
Siebdruck-Workshop, Samstag, 28.9., 15–17 Uhr
Öffnungszeiten 28.9., 13–20 Uhr; 29.9., 13–15 Uhr
Mit einer vierteiligen Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Waiting Rooms“ meldet sich die Ateliergemeinschaft der Adalbertstraße 9 zurück und öffnet von September bis Dezember 2024 ihre Türen. Die Künstler*innen reagieren damit auf den durch die langwierigen Verhandlungen um die Zukunft des Ortes bedingten transitorischen Zustand, indem sie die passive Wartehaltung in einen aktiven Handlungsraum verwandeln.
In einer Ausstellung, mehreren Talks, Listening Sessions und weiteren Aktionen werden Ideen und Denkanstöße ausgetauscht sowie künstlerische Strategien diskutiert und erprobt, um den Herausforderungen der zunehmend prekären Arbeitssituation Kunstschaffender zu begegnen. Das gemeinsame Ziel ist der dauerhafte Erhalt des einzigartigen Kunst- und Kulturstandorts.
Den Anfang macht am letzten Septemberwochenende (27.–29. 9.) Waiting Room #1 – Under Pressure, eine Gruppenausstellung , an der sich die Künstler*innen und Architekt*innen POPTICUM, urban fragment observatory, spätispäti, Alissia Hoffmann, Jeanne Astrup-Chauvaux und Helena Rafalsky beteiligen. Darin baut sich Spannung zwischen den ausgestellten Arbeiten auf, die die Ausstellung selbst zur Raumfrage macht: Werden die künstlerischen Arbeiten zum Beweis für den Raumbedarf?
Aus kritischer Perspektive heraus setzten sich die Ausstellenden mit dem Raum, der Architektur und der Stadtpolitik auseinander. Die Ausstellung vereint Arbeiten rund um die Themen Raumgerechtigkeit, Verdrängung und steigende Mieten und zeigt eine Vision für ein gemeinschaftlich organisiertes Quartier der Adalbertstraße 9.
Die Adalbertstraße 9 ist ein in den vergangenen Jahrzehnten gewachsener, etablierter Atelierstandort am Kottbusser Tor und ein fester Bestandteil des nachbarschaftlichen Netzwerks. Zugleich ist es ein Ort mit einer ungewissen Zukunft, dessen weitere künstlerische und kulturelle Nutzung gefährdet ist. Seit der Protestausstellung „Speculative Properties“ (Juni 2023) engagiert sich der Verein Adalbert Neun bleibt e.V. mit Unterstützung des Berufsverbands Bildender Künstler*innen/bbk berlin und der Genossenschaft Eine für Alle eG für die Rettung und langfristige Sicherung dieses Kreuzberger Kulturstandorts durch das Land Berlin. Die Initiative erhält Zuspruch auf kommunaler Ebene durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und durch die Abgeordnetenversammlung des Senats. Bisher fehlt jedoch das politische Commitment, um eine zukunftsweisende Lösung für die dauerhafte Nutzung des Gebäudekomplexes durch Kunst- und Kulturschaffende umzusetzen.
Mit „Waiting Rooms“ wollen wir das öffentliche Bewusstsein erneut wecken, neue Impulse setzen und daran erinnern, dass es dringend ist, sich für die Zukunft der Adalbertstraße 9 als wichtigen Kunst- und Kulturstandort in Kreuzberg einzusetzen.
Veranstaltungsübersicht
Waiting Room #1 – Under Pressure
27.–29. September: Gruppenausstellung mit POPTICUM, urban fragment observatory, spätispäti, Alissia Hoffmann und Helena Rafalsky, Jeanne Astrup-Chauvaux
Öffnungszeiten 28.9., 13–20 Uhr; 29.9., 13–15 Uhr
Waiting Room #2
26. Oktober: Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen verschiedener Ateliergemeinschaften, die um den Erhalt ihrer Ateliers kämpfen
Waiting Room #3
16. November: Gayhane, Die älteste Queer-Party Berlins – Listening Session, anschließend Talk mit Rüzgâr Buşki und weiteren Protagonist*innen
Waiting Room #4
14. Dezember: Pigeon Notes, Talk und Siebdruck-Workshop
Ort: Atelierhaus, Adalbertstraße 9, 2. Innenhof, Erdgeschoss, 10999 Berlin-Kreuzberg, Barrierefreier Zugang
Mit freundlicher Unterstützung des Projektfonds Kulturförderung des Fachbereichs Kultur und Geschichte Friedrichshain-Kreuzberg