Tamara Trampe, Johann Feindt, D/F 2005, 92 min, russ./dt. OmeU
„Aus dem Krieg kehrt keiner zurück, wie er ging. Kommt er zurück, ist er ein Fremder. Ein weißer Rabe unter den schwarzen.“
In eindrücklichen Gesprächen mit blutjungen versehrten russischen Soldaten, einer Sanitäterin und Soldatenmüttern nähert sich Tamara Trampe dem Grauen des Tschetschenienkriegs. Fotos zeigen die Soldaten in imperialen Posen; das Video eines eingebetteten russischen Fotografen hält eine »Säuberung« fest. ›Weiße Raben‹ ist dabei nicht nur ein Film über den Krieg im Kaukasus. Es ist ein Film, der vom Tschetschenienkrieg handelt, aber auch auf jeden anderen Krieg weist, in dem junge Männer zu brutalen Mördern werden, und zu Opfern des Krieges. Der Film zeigt genau diesen Zusammenhang: Die Täter sind auch Opfer, und sie bleiben zugleich Täter.