Wer alleine weiter weiß, hat Krise nicht verstanden. Und glaubt vielleicht noch, die Welt sei eine Bühne der egozentrischen Selbstbehauptung. Nichts belästigt unser Zusammensein so sehr wie der kapitalistische Befehl, sich als etwas Besonderes zu produzieren.
Die Akteur:innen dieses Abends stemmen sich gegen die patriarchale Geste, Räume mit der eigenen Selbsttotalisierung zu fluten. Sie suchen einen Ort des postidentischen Sich-Fühlen-Könnens durch Beziehungs-Fürsorge. Aber wie geht das, wenn die Strukturen, mit denen wir uns Gewalt antun, auch in uns liegen?
Die Inszenierung erkundet, was es heißen könnte, sich traumasensibel in Frage stellen zu lassen, um trotz Machtstrukturen ein Selbst zu werden. Die eigene Narzissmuskritik als verkörperte Kapitalismuskritik. Was muss geschehen, damit das Gefühl der Verlorenheit in kollektive und beziehungsorientierte Sorge überführt wird?
In einem Reigen von Sprachzerstörung und Rekonstruktion, musikalischer Trance und Lichtarena eröffnet die Inszenierung einen atmosphärischen Diskursraum zwischen Abstraktion und Nähe, um die ideologischen Grammatiken der Unverbundenheit zu markieren und nach subversiven Ästhetiken gegen den traumatischen Wiederholungszwang zu suchen. Ein Ausbruch aus einer überkomplexen Welt durch die radikale Anerkennung der eigenen Verlorenheit: Wer nicht weiter weiss, hat recht!
„Wer Lust hat, den kapitalistischen Selbstoptimierungsdruck hinter sich zu lassen und sich auf eine ästhetisch subversive Reise zu begeben, wird begeistert sein.”
– Tipp –
Dank an das Theaterhaus Schöneweide Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Gastspiel in Hamburg wird gefördert durch die Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung.
Spiel Lisa Heinrici, Emma Rönnebeck
Musik Michelangelo Contini
Licht | Kostüm | Bühne Thomas Giger
Video Nicolas Gebbe
Textarbeit Marie Jordan
Dramaturgie Anna Krauß
Szenen (Text) Emma Rönnebeck, Malte Schlösser
Regieassistenz | Dramaturgische Assistenz Jewgenija Conradi
Produktionsleitung Eva-Karen Tittmann, Aurora Kellermann
Konzept | Regie | Text Malte Schlösser
Preisinformation:
13€ ermäßigt | 19€ Normalpreis | 25€ Unterstützer:innen
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