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Wie sich die Welt der Tiefen zeichnet. Poesie lesen von: Eugenio Montale

Wie sich die Welt der Tiefen zeichnet. Poesie lesen von: Eugenio Montale

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Viel zitiert ist ein Ausspruch des Dichters Eugenio Montale (geboren 1896 in Genua, gestorben 1981 in Mailand), wonach er seine frühen Bücher im Frack, seine späten im Schlafanzug geschrieben habe. Die Literaturgeschichte favorisiert den Mann im Frack, jene drei bedeutenden Bände, die zwischen 1925 und 1956 erschienen: Tintenfischknochen, Anlässe und Stürme. In jüngster Zeit gewinnt aber auch das zugänglichere Spätwerk immer mehr Fürsprecher:innen.

Die frühen Texte oszillieren zwischen einer Verzweiflung am Leben als Grundzustand und der Erwartung eines Wunders, das sich zwar immerzu ankündigt, niemals jedoch eintritt. Montales Schreiben kommt zunächst von Poe und Baudelaire her, von der Poetik des Symbolismus, bevor es sich impressionistischen Einflüssen öffnet. Es ist dunkel, dabei jedoch nie raunend, intim, aber nie privatistisch. Der hohe Ton wird angeschlagen, gleichzeitig durch Lakonie unterlaufen. Die Landschaft in den Gedichten ist die ligurische Region aus Montales Kindheit. Sie hat ihn und seine Lyrik geprägt. (Er selbst bezeichnet sich als einen vom Scirocco vorzeitig verbrannten Baum.)

Die Gegenwart von geliebten Frauen, die in den Gedichten direkt angesprochen werden, bilden durch alle Wechselfälle der Geschichte hindurch (Montale war ein Antifaschist der ersten Stunde) eine Konstante in seinem Werk. Damit verbunden gibt es ein komplexes Verweissystem von Koseworten und Chiffren. Aber die Leser:innen müssen damit nicht unbedingt vertraut sein, um in den Genuss einer der großen Liebesdichtungen des 20. Jahrhunderts zu kommen.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin / Istituto Italiano di Cultura di Berlino Mit freundlicher Unterstützung von ECHOO Konferenzdolmetschen

In Lesung und Gespräch: Alberto Bertoni | Theresia Prammer | Mathias Traxler
Moderation: Maren Jäger

Location

Haus für Poesie Knaackstr. 97 10435 Berlin

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