ine Bearbeitung von S. Meister und C. Reiner
In Shakespeares Richard II. geht es um Macht, Schuld – und Menschlichkeit. Richard tötet, enteignet, intrigiert – und wird schließlich selbst gestürzt.
Doch das Stück endet nicht mit seiner Absetzung. Im Gegenteil: Jetzt beginnt der eigentliche Kern der Tragödie. Richard muss sich seiner Schuld stellen – und sich als Mensch erkennen.
„God has for some strong purpose steeled the heart of men.“
Was er anderen antat, fällt auf ihn zurück: Er enterbt Bolingbroke – und wird von ihm entmachtet. Er tötet – und wird selbst getötet. Es ist das unerbittliche Gesetz der Vergeltung. Doch Shakespeare geht weiter: Er zeigt, dass in all dem ein göttlicher Finger sichtbar wird.
„Heaven hath a hand in these events.“
Der Dichter macht keinen Hehl aus seiner Haltung. Zuerst prangert er Richard als Tyrannen an. Doch der gestürzte König berührt ihn – als verletzlicher Mensch, als gescheiterter Künstler, als Liebender. Aus dem Herrscher wird eine tragische Figur, die unser Mitgefühl weckt.
Shakespeare erinnert uns: Eine Politik der Barmherzigkeit ist nicht nur edel – sie ist klüger als Rache. Die Geschichte wird das beweisen.
Doch das ist Zukunft. Jetzt sind wir mit Shakespeare im Gefängnis von Pontefract Castle. Und erleben Richards letzte Stunden – eindringlich, bewegend, menschlich.
Ein Stück über den Fall eines Königs – und den Aufbruch zu sich selbst. Kommen Sie mit.
Produktion: kleines theater Bad Godesberg
Schauspiel, Violine & Gesang: Jan-Arwed Maul | Kostüme: Beatriz Obert | Bühne: Dario Trovato | Regie: Irina Miller
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