Gisa Funck und Gregor Schwering im Gespräch mit Ralf Niemczyk
Heute strömen Kulturschaffende scharenweise nach Berlin, doch in den 1980er- und 1990er-Jahren lag das unbestrittene Zentrum der bundesdeutschen Kunst- und Kulturszene ganz woanders: in Köln.
Hier meldete sich mit der SPEX ein ganz neuer Musikjournalismus zu Wort, dessen kulturwissenschaftliche Analysen und steile Thesen nachts an denselben Kneipentresen ersonnen wurden, an denen zur gleichen Zeit etwa die späteren Gründer des Technolabels "Kompakt" standen, während sich nebenan New Yorker Künstler*innen und die Köpfe der legendären Autorenwerkstatt betranken. Die ganze Stadt flirrte vor kreativer Energie, und während wenige Kilometer weiter die Regierungsgeschicke gelenkt wurden, strahlte rund 15 Jahre lang die Kulturmetropole Köln weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus.
Gisa Funck und Gregor Schwering haben Akteur*innen aus der Zeit getroffen. Sie haben Geschichten gesammelt, Zeitdokumente studiert und in der eigenen Erinnerung gegraben. Ihr Buch ist das Porträt einer vergangenen Epoche und der letzten vordigitalen Bohème.
Gisa Alexandra Funck, geboren 1968, lebt in Köln und arbeitet als Literaturkritikerin und Autorin für den Deutschlandfunk und den WDR. Davor war sie lange als Feuilletonistin für verschiedene Zeitungen (FAZ, SZ, Tagespiegel, taz) tätig und Denis Schecks Assistentin bei der ARD-Literatursendung "Druckfrisch". Ihr Buch "Echt fertig – Tagebuch einer Examenskandidatin", wurde ein Longseller.
Gregor Schwering, geboren 1962, lebt in Köln und besuchte 1980 das dortige Joy Division-Konzert. Er war Mitte der 1990er-Jahre Leiter der Kölner Autorenwerkstatt und arbeitete als Journalist sowie für diverse Kölner Galerien. Heute ist er als Literatur- und Medienwissenschaftler an der Universität Bochum beschäftigt.
Ralf Niemczyk wurde 1962 in Köln geboren. Als Journalist schreibt er über Musik, Popkultur, Reisen und gelegentlich über Sport. Er ist Autor bei der deutschen Ausgabe des Rolling Stone, arbeitet für Zeitschriften, Magazine und das Goethe Institut. Von 1985 bis 1996 war er Mitherausgeber des Popmagazins SPEX. Auch wirkte er bei diversen Radio- und Fernseharbeiten mit, wie beispielsweise bei der Entwicklung des TV-Musikmagazins "Lost in Music".