Auf der Basis klassischer persischer Musik und mit Texten, die iranische Märchen, Mythen und Gedichte aufgreifen, vermitteln die Musikerin und der Schriftsteller ein poetisches Panorama einer der wichtigsten Kulturregionen der Welt, die momentan aufgrund der iranischen Revolution gegen das Mullah-Regime im Fokus der Tagesaktualität steht. Ghasimi und Kleeberg sprechen die brennenden Themen wie Flucht, Exil, Unterdrückung der Frauen und Migration nicht direkt und polemisch an, sondern wählen einen allegorischen, poetischen Zugang, der den bleibenden humanistischen Werten Ausdruck verleiht: der Freundschaft und Begegnung, der Musik und der Liebe und der Hoffnung auf Verbundenheit. Musik und Worte stehen nicht nebeneinander, sondern verweben sich improvisatorisch zu einer ganz besonderen Erfahrung.
Elshan Ghasimi (*1981 in Isfahan, Iran) ist Virtuosin der persischen Langhalslaute Tar und Setar, Komponistin, Performance-Künstlerin und Pädagogin. Sprache, Musik, Körperlichkeit und dramatischer Ausdruck bilden das Fundament ihres Schaffens, das sich auch den bildenden Künsten öffnet.
Michael Kleeberg (*1959 in Stuttgart) ist freier Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Für seine Romane wurde er vielfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. für „Vaterjahre“ den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg und 2016 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für sein Gesamtwerk. 2025 wurde er mit dem Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft ausgezeichnet.
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