In der Performance TAKTiL jongliert Benjamin Richter Skulpturen, die sich in der Zeit auszudehnen scheinen. Dem Publikum wird Zeit und Raum gegeben, Bilder und Geschichten entstehen zu lassen. 40 weiße Holzklötze, ein Stein, ein Weinglas, ein Seil und ein Jongleur bilden mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften den Ausgangspunkt dieser performativen Reise. Wie in einer lebendigen Ausstellung wird das Publikum bei dieser gestalterischen Expedition durch den Künstler freundlich mit einbezogen.
Benjamin Richter tritt seit über 30 Jahren als zeitgenössischer Jongleur und Tänzer auf. Er ist als Solist und in Kompanien wie Gandini Juggling und Cirkus Cirkör auf dem Edinburgh Festival oder dem London International Mime Festival aufgetreten. Er lässt sich in seinen Performances bewusst von den Eigenschaften der Objekte, mit denen er arbeitet, bewegen - körperlich und geistig. Er war an der Entstehung von mehr als 100 Performance-Stücken beteiligt und liebt es zu lachen. (www.benjaminrichter.net)
Die Welt des Zirkus und des Varietés spielt bei den Künstler*innen des Expressionismus eine große Rolle. In Berlin und anderen Städten suchten sie die Zirkusvorstellungen, Varietéshows, die Tanzlokale und andere Vergnügungsorte auf und hielten die dort gesehenen Erlebnisse in zahlreichen Bildern fest. Die akrobatischen Körperhaltungen, die Verbindung von Mensch und Tier, die psychologischen Spannungen die zwischen den Darsteller*innen und dem Publikum, aber auch die negativen Seiten der Unterhaltungsbranche – wie Armut, Einsamkeit und Alkoholismus und Prostitution – haben sie fasziniert und zu heute ikonischen Bildern inspiziert. Die Ausstellung “Was zum Schaffen drängt… Der Expressionismus und seine Folgen” werden u. a. Werke von Hermann Max Pechstein und Erich Heckel gezeigt, die sich damit auseinandersetzen. Mit der Jonglage-Performance TAKTiL trifft zeitgenössischer Zirkus auf historische Darstellungen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms “Zeit für Zirkus 2023" und der Ausstellung “Was zum Schaffen drängt… Der Expressionismus und seine Folgen” statt.