In den Live-Künsten, so auch dem zeitgenössischen Tanz, ist die Begegnung mit dem Publikum essenzielle Grundlage der künstlerischen Arbeit und Voraussetzung für Interaktion und einen gesellschaftlichen Dialog, der sich in einem gemeinsamen, geteilten Raum herstellt. Während der vergangenen zwei Pandemie-Jahre fand diese Form der Begegnung nur eingeschränkt oder gar nicht statt. Mit der Performance-Reihe „encounters“ präsentieren wir im Rahmen von ACCESS TO DANCE im Oktober verschiedene Künstler*innen, die an der Schnittstelle zu anderen Kunstdisziplinen die Begegnung mit dem Publikum neu ausloten.
Zum Auftakt fragt die Hamburger Choreografin Antje Pfundtner in ihrem Solo „Platz nehmen“, wofür es sich lohnt, aufzustehen. In einer intensiven Mischung aus Tanz, rasanten Rhythmen, Sprache und Gesang sprengt die dänische Choreografin Mette Ingvartsen in „The Dancing Public“ die soziale Isolation der postpandemischen Gemeinschaft. Die Münchner Künstlerin Susanne Schütte-Steinig lädt in ihrem Performance-Experiment „Bis hierhin oder weiter? 3.1“ Besucher*innen dazu ein, sich mit räumlicher Nähe und Distanz auseinanderzu-setzen. Der Kanadier Gerard Reyes versucht mit „The Principle of Pleasure“ Ekstase in und zwischen seinem Körper und dem des Publikums zu finden. Alle vier eingeladenen Arbeiten überwinden die Grenze zwischen Publikum und Darsteller*innen. Sie ermöglichen eine neue Publikumserfahrung der direkten Begegnung.
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