Nachbarschaftsgärten Leipzig

Nachbarschaftsgärten Leipzig

Josephstraße 27 04177 Leipzig Navigation >
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Das sagt die Location:

Der »Nachbarschaftsgärten e.V.« ist eine parteiunabhängige, gemeinnützige Vereinigung von engagierten Personen, die sich durch Wort, Schrift und Tat für eine nachhaltige Stadtentwicklung und ein lebenswerteres Leipzig einsetzen möchten. Wir wollen den Umwelt- und Landschaftsschutz in Leipzig fördern und eine Plattform für Kunst und Kultur im Stadtteil sein. Zwischen Joseph- und Siemeringstraße haben wir Zwischennutzungsverträge mit den Besitzern der Brachflächen von über 6000qm vereinbaren können und gärtnern hier in Gemeinschaft seit 2004. Die Arbeit im Verein erfolgt ehrenamtlich und wir sind offen für Interessenten mit konkreten Projektideen. Wir sind zurzeit ungefähr 80 erwachsene Gärtner mit vielen Kindern. Es gibt »private« und Gemeinschaftsflächen, sowie das erste Strohballenhaus Leipzigs, eine Holz- und Fahrradwerkstatt und Schweine, Hühner und Kaninchen. In der voll eingerichteten Küche wird vor allem im Sommer international gekocht und der Garten wird zum Treffpunkt in der Nachbarschaft. Ohne Zäune, mit wenigen Regeln und viel Raum für Mitgestaltung: wild bunt und ein wenig chaotisch. Das sind die Nachbarschaftsgärten. DIE GÄRTEN Zwischen Josephstraße und Siemeringstraße liegen die Nachbarschaftsgärten versteckt hinter grünem Dickicht und den für Lindenau typischen Altbauten. Im Sommer hört man von der Straße aus die Kinder in Planschbecken plumpsen oder sieht ihre Schaukeln in die Baumkronen schwingen. Die Nachbarschaftsgärten sind bunt und vielfältig. Hier wird gegraben, gegossen und gegrillt. Im Sommer teilen wir die Tomaten und im Herbst werden Äpfel und Kürbisse geerntet. Immer wieder wird gesungen und es treffen sich Musikbegeisterte zur spontanen Jamsession. Freitags ist mit der offenen Fahrradwerkstatt besonders viel los, denn wenn die einen am Drahtesel tüfteln, genießen die anderen eine Siesta auf dem Rasen oder einen kleinen Plausch am Sandkasten. Immer wieder laden die Nachbarschaftsgärten zu öffentlichen Veranstaltungen wie Kindertheater, Nachbarschaftsfrühstück oder dem bekannt berüchtigten Freiflächensalon ein. So sind die Gärten belebter Treffpunkt einer aktiven Nachbarschaft, ein Raum für Austausch und Rückzug, eine grüne Oase in einer lebendigen Stadt. Der insgesamt größte Teil der Fläche der Nachbarschafsgärten wird gemeinschaftlich genutzt. Dazu gehören z.B. Bad und Küche sowie Sitzmöglichkeiten im Hof. Hier wird nicht nur gemeinsam gefrühstückt, sondern auch das reparierte Fahrrad getestet, Fußball und – neuerdings – Tischtennis gespielt. Auch der Geräteschuppen für Grabegabel, Spaten & Co wird gemeinsam genutzt. Es gibt eine Lagerfeuerstelle sowie einen Grillplatz, und für kulinarische Spezialitäten einen Lehmofen (hierin schmorte auch schon das eine oder andere selbst aufgezogene Ferkel). Dost, Lavendel oder Salbei aus der Kräuterspirale tragen zum Verfeinern der Speisen bei. Einige noch junge Obstbäume wie Quitten, Äpfel oder Pflaumen sind über das Gelände verteilt, ebenso wie die vielen Spielmöglichkeiten für Kinder. Zentral gelegen sind Sandkasten, Weidenhäuschen und Baumstämme zum Balancieren; darüber hinaus sind Schaukel, Rutsche, Drehscheibe und Kriechtunnel vorhanden. Gern ziehen sich die Kinder auch in das Baumhaus zurück. Seit Herbst 2011 befindet sich in unmittelbarer Nähe der Tiere übrigens ein »Am-Vieh-Theater«. Sowohl die kleine Bühne als auch die dazugehörigen Sitzplätze wurden gemeinsam mit französischen Freiwilligen geplant und erbaut. Gleich nach der Fertigstellung inszenierten die Kinder das erste Stück: »Die drei kleinen Schweinchen«. DIE WERKSTÄTTEN Das Radhaus ist eine kleine chaotische Selbsthilfewerkstatt für Muskelbetriebenes. Unter dem Motto »improvisieren & reparieren statt konsumieren« macht ihr eure abgehalfterten Gäule selbst wieder fit für die Straße. Ersatzteile werden dafür größtenteils aus Schrott bzw. Fahrradwracks bezogen (wenn in eurem Hinterhof diverse Fahhradleichen auf einen zweiten Frühling als Teileträger warten, meldet euch!). Neben Werkzeugen für alle unmöglichen Fahrradprobleme könnt ihr euch aus dem analogen Tonträgerfundus die passende Musik auflegen. Tipps und aufmunternde Gesten gibt's, wenn gewünscht, natürlich auch. Am Ende entscheidet ihr, was euch der Besuch wert war und ermöglicht mit eurem Geld den erhalt der Werkstatt. Kurzer Ideologieinput; ihr habt es schon gemerkt. Es werden Produkte bei steigenden Preisen für den Endverbraucher mit abnehmender Lebenserwartung gefertigt. Ein Versuch im fortgeschrittenen Kapitalismus der Illusion des »ewigen Wachstums« gerecht zu werden. Ein Versuch der, durch den künstlich generierten Verschleiß den Materialbedarf erhöht und somit im direkten Gegensatz zu schwindenden Ressourcen steht. Zudem findet die Fertigung zum allergrößten teil in Dritt- und Schwellenländern statt um durch inhumane Fertigungsbedingungen und Minimallöhne die Herstellungskosten zu reduzieren. So bleibt mehr Gewinn für den Importeur und Menschenrechte auf der Strecke. Diese Entwicklung macht natürlich nicht vor dem Fahrrad halt. Wir merken das an absurden Vorrichtungen wie Spezialschrauben für die es keinen Schraubenzieher gibt, oder verpresste Gehäuse welche sich nicht zerstörungsfrei öffnen lassen, um eine Wartung auszuschließen. Zu diesen profitsteigernden Maßnahmen zählen auch »Entwicklungen« wie eine 10fach Kettenschaltung mit extraschmalen Ketten für superschnellen Verschleiß oder Laufrädern mit so wenigen Speichen, dass sie sich bei einer Acht kaum zentrieren lassen. Die Selbsthilfewerkstatt soll ein Ort für euch sein diesem Wegwerfmechanismen mit unkonventionellen Herangehensweisen, Kreativität und Geduld etwas entgegenzusetzen. Und ganz einfach dein Vehikel wieder fahrbar zu machen. offen sommers: Montag & Freitag 14 – 19 Uhr Wie die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt ist die Holzwerkstatt ebenfalls offen für alle die z.B. ihre wackeligen Stühle nicht wegwerfen, sondern selbst wieder reparieren möchten. Dazu stehen alle üblichen Handwerkzeuge, eine kleine Tischkreissäge usw. unter fachkundiger Anleitung zur Verfügung. Wer Drechseln kann oder es einmal ausprobieren möchte, kann dies an der Drehbank tun. Das Holz zum Verarbeiten muss mitgebracht werden, ebenso Verbrauchsmaterialien wie Schleifbänder und Oberflächenversiegelung (Holzöl, Lack). Die Werkstatt wird von den Mitgliedern und Nutzern der Nachbarschaftgärten e. V. ehrenamtlich unterhalten. Wir bitten für die Nutzung um eine Spende. Die Öffnungszeiten sind (in der Regel) Montag und Freitag von 13 bis 18 Uhr. Die Werkstatt besteht aus einem relativ kleinen Raum, so dass max. drei Personen gleichzeitig darin arbeiten können. Es kann sinnvoll sein, vor Beginn das Vorhaben kurz mit den Leuten aus der Werkstatt zu besprechen, um zu klären, ob die Umsetzung hier entsprechend Eurer Vorstellung möglich ist.