Arctic Voices
FOTO: © Daniel Born
Festival

Arctic Voices

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Das sagt die Seite:

Lange wurden die jahrhundertealten Musiktraditionen der nördlichsten Regionen der Welt von Kolonialmächten unterdrückt. Das Festival »Arctic Voices« zeigt, dass sie heute lebendiger sind als je zuvor – wie etwa das »Joiken«. Dieser traditionelle Gesang der Samen gehört zum Urtümlichsten, was man in Europa heute noch hören kann. Auch andere indigene Völker – von den Inuit in Kanada bis zu den Mongolen in Asien – praktizieren eng verwandte Formen dieses Oberton- und Kehlkopfgesangs, bei dem eine Stimme zwei Töne gleichzeitig singt: einen ganz tiefen und darüber einen hohen, sphärischen. Diese Gemeinschaften leben nicht nur seit Jahrtausenden von und mit der Natur, ihre Gesangspraxis ist auch tief in ihr verwurzelt: Die menschliche Stimme ahmt Vögel, Bären oder Hunde nach, die Melodien zeichnen die Umrisse von Bergen oder die Schatten der untergehenden Sonne.

In der Elbphilharmonie sind die größten Künstler:innen unterschiedlicher Regionen zu erleben. Die samische Sängerin Marja Mortensson etwa, die sich in ihrem neuen Projekt »Entwined« mit so elementaren Dingen wie dem menschlichen Atem beschäftigt und Joiken mit tiefen Tubaklängen verbindet. Mari Boine – seit 30 Jahren ein Aushängeschild der Musik Skandinaviens und Botschafterin für indigene Rechte – blickt in »Alva« auf ihre Kindheit im arktischen Norwegen zurück. Als politisches Statement begreift auch Tanya Tagaq ihre Musik, die sich den Kehlkopfgesang der Inuit selbst beibrachte und ihn durch moderne Genres immer wieder transformiert.

Der Inuit-Gesang »Katajjaq« wird traditionell von zwei Frauen ausgeführt, die sich gegenüberstehen, Gesicht an Gesicht, und im Wechsel ihren Atem zu komplexen Rhythmen verzahnen. Das Schwestern-Duo Piqsiq spinnt ihn durch Loops schier endlos weiter. Wie Echos entfalten sich die hypnotischen Stimmen der Sängerinnen von Marewrew im »Ukouk«, dem traditionellen Kanongesang der Ainu von der Insel Hokkaido im Norden Japans. Ein rein weibliches Vokalensemble ist auch im letzten Konzert mit Epenliedern zu erleben, die einen Kontrapunkt zum mongolischen Obertongesang »Khöömii« des Tengerton Ensembles bilden.

Öffnungszeiten

Plaza: täglich 10–24 Uhr (letzter Einlass 23:30 Uhr)
Elbphilharmonie Shop auf der Plaza: täglich 10–22 Uhr
Ticketpavillon auf dem Vorplatz: täglich 10–23:30 Uhr
Besucherzentrum, Am Kaiserkai 62: täglich 10–20 Uhr
Die Öffnungszeiten der Konzertsäle variieren je nach Veranstaltung.