Zwischenmiete

Junge Literatur ganz nah


Gemeinsam mit dem Literaturhaus Köln verschaffen wir jungen, talentierten Schreiberlingen Gehör! Die professionellen Nachwuchsautoren laden wir hierzu in eine von Rausgehern bereitgestellte Kölner WG ein, wo zwischen Putzplan und Altglaslager ein Ort für junge Literatur entsteht! Dazu gibt's von uns Baguette und Bier.

In Kooperation mit dem Literaturhaus Köln

Nächste Lesung


Leander Steinkopf - Freitag, 22.06.2018


Nichts vorhaben. Einfach loslaufen. Und verloren gehen, in der "Stadt der Feen und Wünsche" (Hanser Literaturverlag): Hier gibt es fanatische Radfahrer und junge Eltern, die auf deprimierende Weise alles richtig machen, genauso wie Spielkasinos und Backshops und neblige Tristesse.
Leander Steinkopfs Debüt ist eine Hymne ans Flanieren, schlendert scheinbar ziellos umher und misst doch den Puls der Zeit.



Copyright Peter-Andreas Hassiepen


Letzte Lesung


Karosh Taha - Mittwoch, 06.04.2018


Sanaa ist zweiundzwanzig, studiert, hat einen Freund und Träume. Aber Sanaa hat auch Familie: Eine depressive Mutter, einen entfremdeten Vater, eine wütende Schwester. Sanaa will ausbrechen, Sanaa will Verantwortung übernehmen. Und immer kneift sie die Realität – wie damals die große rote Krabbe beim Flussbad, bevor sie ihre Heimat verließ.


Copyright Havin Al-Sindy


Bisherige Autoren


Patricia Hempel


Wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene über die Flure der Uni paradiert, ist’s dahin mit der Souveränität. Erst recht als lesbische Archäologiestudentin, denn Helene ist so makellos wie heterosexuell. Also muss sich die Erzählerin anders behelfen – und gibt mit ihrer "Metrofolklore" (Klett-Cotta Verlag) den Auftakt zu einer grandiosen Liebessuada, verknüpft Laster mit Lyrik und Ovid mit Youporn.
"Wie Patricia Hempel tief in jedes Fettnäpfchen des Großstadtromans klettert, daraus aber – wie aus einem Stahlbad der Satire und Selbstironie – literarisch unverwundbar wieder herauskommt, ist merkwürdig und schön zugleich." (SWR2)



Copyright Annette Hauschild/Ostkreuz



Sven Amtsberg


Langenhagen, Nabel der Welt. Zumindest für Jesse, der dort eine Kneipe betreibt. Und seine Mona, die im angeschlossenen Supermarkt kassiert. Das Leben könnte schön sein, im niedersächsischen Nirgendwo – schliche da nicht Jesses Zwillingsbruder Aaron durchs Maisfeld, mit dem teuflischen Plan, Jesse endlich zu ersetzen.



Copyright Maike Hogrefe



Simon Strauß


"Sieben Nächte" (Aufbau Verlag), sieben Sünden: Simon Strauß geht aufs Ganze. Zu geradlinig ist ihm sein Lebenslauf, zu angepasst findet er sich selbst. Und versucht die Radikalkur: Hochmut, Wollust, Völlerei – jede Nacht kommt eine Todsünde an die Reihe. Mal springt er an einem Seil vom Hochhaus, mal stürzt er sich in einen Maskenball im Fetisch-Club. Immer schreibt er darüber. Und immer ist da die Frage: Wofür leben? Die stellt er nicht nur sich persönlich, sondern einer Generation.
Florian Illies (Generation Golf) findet in DIE ZEIT »pure, reine, echte Romantik«, »Simon Strauß erzählt von einer besseren Welt, in der das Fühlen noch geholfen hat. Und wieder hilft.«



Copyright Martin Walz



Noemi Schneider


"Na super, ich bin aktenkundig, weil mir ein achtjähriger Terrorist Liebesbriefe geschrieben hat." Tja, kann passieren. Vor allem, wenn die eigene Mutter einen Nachwuchs-Dschihadisten aufnimmt. Doch mit der ist nicht zu diskutieren: Sie weiß längst, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt und der Kapitalismus an allem schuld ist, hat Lachyoga erfunden und den Dalai Lama getroffen, kifft im Garten und verachtet das Karriere-Gehampel der nächsten Generation. Wie sich noch fetzen mit so einer Erzeugerin? Noemi Schneider versucht‘s: "Das wissen wir schon" (Hanser Literaturverlage Berlin) ist ein hinreißender Schlagabtausch zwischen Stadt und Land, Realität und Utopie, Mutter und Tochter – und als Schlichter fungiert ein Nagetier.




Tijan Silas

"Tierchen unlimited" (Kiepenheuer & Witsch) klingt irreparabel unglücklich und dabei extrem gut gelaunt – eine Wucht!
Feridun Zaimoglu

Die Geschichte eines Jungen im bosnischen Bürgerkrieg, seiner Flucht nach Deutschland und eines Lebens unter deutschen Neonazis schafft das Kunststück, zugleich wild, bedrückend und urkomisch zu sein. Und sie gibt Hoffnung in einer Zeit, in der Grenzmauern gebaut werden – weil sie eine Stimme erzählt, für die Grenzen nur existieren, um übertreten zu werden.

Lena Elfrath

Mit ihrem Roman “Die Liebe ist kein Schmetterling” hat Lena Elfrath ein ganz schönes Brett rausgehauen. Über zwei Jahre lang hat sie intensive Recherche betrieben und hat sich bis ins letzte Detail mit den verschiedenen Rollen in ihrem Buch befasst. Um sich in ihre Hauptfigur Maik hineinversetzen zu können, hat sie nicht nur viele Interviews geführt, sondern sogar selbst eine Zeit lang gebettelt – das nennen wir mal Hingabe! Lena wohnt mal in Frankfurt, mal in Berlin.

Sascha Macht

Sascha, Baujahr: 1986, wurde in Frankfurt an der Oder geboren und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nachdem er in Zeitschriften veröffentlicht wurde und einige Stipendien und Auszeichnungen in der Tasche hatte, veröffentlichte er mit “Der Krieg im Garten des Königs der Toten” seinen ersten Roman. Sascha wohnt weiterhin in Leipzig.

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