zwischen/miete nrw digital


Statt mit Autor*in Publikum zu besuchen, besuchen wir nun mit Publikum Autor*in. Per Stream. Das neue Konzept der zwischen/miete nrw übersetzt den Geist der WG-Lesungen ins Netz und stöbert Geschichten dort auf, wo sie entstehen – am Herd, im Bad, auf dem Balkon. Junge Literatur von Zuhause für Zuhause, in Farbe und im Internet.

Die nächsten Streams:

  • 16.10.2020 mit Selim Özdogan
  • 23.10.2020 mit Thorsten Krämer
  • 05.11.2020 mit Hakan Tezkan
  • 19.11.2020 mit Jacqueline Thör
  • 04.12.2020 mit Illona Hartmann
  • 09.12.2020 mit Daniel Mellem
  • 16.12.2020 mit Sascha Reh
In Zeiten ohne Pandemie ist die zwischen/miete nrw eine Veranstaltungsreihe für Lesungen in WGs und an anderen spannenden Orten. Sie findet in Köln, Düsseldorf, Bonn, Wuppertal, Essen, Bochum, Münster und Brüssel statt.

In Kooperation mit dem Literaturhaus Köln

Veranstaltungspartner:

  • Literaturhaus Köln
  • Literaturbüro NRW
  • Center for Literature
  • Literaturbüro Ruhr
  • Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Brüssel
  • Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e. V.
  • Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Wuppertal

Die Autor*innen


Volker Jarck


Während Victor eine viel zu traurige E-Mail bekommt, kann die kleine Greta eine Spur zu schnell Fahrrad fahren. Eva zieht um, Ricardo zieht seinen LKW rechts rüber und Tim zieht Linda am Ufer des Tiber auf. Ohne, dass sie es ahnen, sind all ihre Wege miteinander verbunden, und in wenigen Augenblicken eines Sommerabends ändern sie sich fundamental. Volker Jarck verknüpft in seinem Debütroman nicht nur elegant alle Fäden, sondern macht in “Sieben Richtige” (S. Fischer) auch die Momente fassbar, die eine Biographie bestimmen. „Man wischt sich die Augen: vor Rührung, vor Freude, vor Lachen und vor Staunen, welche Wucht dieser Text hat“, findet Christoph Maria Herbst.

Die zwischen/miete nrw digital lädt zu Volker Jarck ins zweite Wohnzimmer: Per Stream führt Autor und Literaturvermittler Tilman Strasser dorthin, wo der Text entstanden ist, und fragt wie.



© Marion Koell



© Bettina Steinacker


Jenny Bünnig


Ihr ganzes Leben haben Josephine und Inken als beste Freundinnen im Ruhrgebiet verbracht. Doch nun, mit Anfang dreißig, macht sich Josephine mit nichts als einem Rucksack und einem Aldi-Zelt auf, um in den Gärten wildfremder Menschen zu kampieren – sie kann einfach nicht mehr in geschlossenen Räumen sein. Etwas ist geschehen, das Josephine und Inken endgültig auseinandergetrieben hat. ›Meine fremde Freundin‹ erzählt von der tiefen Zuneigung zweier Frauen, von zwei Familien, einer Region und ihren Menschen und von der Unmöglichkeit, jemanden ganz und gar zu kennen.

Jenny Bünnig, 1984 in Duisburg geboren, hat Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte studiert und über melancholische Zeit- und Raumerfahrung in Literatur, Kunst und Film promoviert. Sie lebt und arbeitet im Ruhrgebiet.




Verena Kessler


Larry ist tough, aber ihr Leben ist lahm. Findet die Teenagerin zumindest. Deshalb trainiert sie, um noch tougher zu werden – schließlich wird sie Kriegsreporterin, wenn sie die Schule mal durch hat, und da muss man schon was aushalten können. Dabei lebt Larry bereits in einer Stadt mit schrecklich besonderer Kriegsvergangenheit: In Demmin fand mit dem Ende des dritten Reiches der größte Massensuizid deutscher Geschichte statt. Überlebt hat ihn eine alte Frau, die nun, vor ihrem Umzug ins Seniorenheim, eine folgenschwere Entscheidung trifft. Mit “Die Gespenster von Demmin” (Hanser Berlin) verknüpft Verena Kessler Larrys Aufwachsen mit dem historischen Schrecken, sie balanciert virtuos zwischen den Traumata von Ort und Pubertät. Und ihre unwiderstehliche Heldin blickt der Historie wie der ersten Liebe gleichermaßen forsch ins Auge.

zwischen/miete nrw geht viral – aus sattsam bekannten Gründen drehen wir mal kurz den Spieß um: Statt mit der Autor*in das Publikum zu besuchen, besuchen wir mit dem Publikum die Autor*in. Per Stream!



© Michael Bader



© Lucie Ella


Selim Özdogan


Nizar Benali hat es geschafft. Er hat Westmarkt im Ruhrgebiet verlassen, wo er unter »Schwarzköpfen« aufgewachsen ist und wo Drogenhandel und Schutzgelderpressung florieren. Er arbeitet als Privatermittler für Cyberverbrechen und wird beauftragt, den Darknet-Dealer Toni_meow ausfindig zu machen, an dessen Stoff ein Teenager gestorben ist. Das scheint zunächst ein gut bezahlter, wenn auch aussichtsloser Job. Doch dann präsentiert ihm eine alte Liebschaft ihren siebzehnjährigen Sohn Lesane – ihren gemeinsamen Sohn. Lesane treibt sich in Westmarkt herum, er dealt und hat Schulden. Nizar ahnt, dass Toni_meow zu finden die einzige Möglichkeit sein könnte, Lesane vor dem endgültigen Absturz zu retten. „Der die Träume hört“ (Edition Nautilus, 2019) ist ein Roman über sozialen Aufstieg und was man dabei verliert. Über den tristen Glamour der Straße. Über Drogenhandel 2.0, der auch auf den vermeintlich cleanen Plattformen des Darknets ein schmutziges Geschäft bleibt – und über verlorene Söhne, die es einmal besser haben sollten.




Thorsten Krämer


Im Museum der Zeit ist Thorsten Krämer ein großzügiger Spender. Zwischen Fiebertraum und kindlicher Melancholie erzählt er vom Leben und dessen Alltagsauswüchsen. Eine beiläufige, lyrische Autobiographie – aufrichtig und gleichzeitig mit kuriosem Blick auf das, was Liebe, Freundschaft oder eine allzu schnell vergessene Begegnung bedeuten. Die Geschichte eines Menschen, der mit schief gelegtem Kopf der Welt und ihrem Geschehen zuschaut.



© Thorsten Krämer


Bisherige Autoren

Copyright Peter-Andreas Hassiepen


Leander Steinkopf


Nichts vorhaben. Einfach loslaufen. Und verloren gehen, in der "Stadt der Feen und Wünsche" (Hanser Literaturverlage): Hier gibt es fanatische Radfahrer und junge Eltern, die auf deprimierende Weise alles richtig machen, genauso wie Spielkasinos und Backshops und neblige Tristesse. Leander Steinkopfs Debüt ist eine Hymne ans Flanieren, schlendert scheinbar ziellos umher und misst doch den Puls der Zeit.




Karosh Taha - Mittwoch, 06.04.2018


Sanaa ist zweiundzwanzig, studiert, hat einen Freund und Träume. Aber Sanaa hat auch Familie: Eine depressive Mutter, einen entfremdeten Vater, eine wütende Schwester. Sanaa will ausbrechen, Sanaa will Verantwortung übernehmen. Und immer kneift sie die Realität – wie damals die große rote Krabbe beim Flussbad, bevor sie ihre Heimat verließ.



Copyright Havin Al-Sindy


Copyright Annette Hauschild/Ostkreuz


Patricia Hempel


Wenn einem das Flattern durch Mark und Bein schießt, sobald die schöne Helene über die Flure der Uni paradiert, ist’s dahin mit der Souveränität. Erst recht als lesbische Archäologiestudentin, denn Helene ist so makellos wie heterosexuell. Also muss sich die Erzählerin anders behelfen – und gibt mit ihrer "Metrofolklore" (Klett-Cotta Verlag) den Auftakt zu einer grandiosen Liebessuada, verknüpft Laster mit Lyrik und Ovid mit Youporn.
"Wie Patricia Hempel tief in jedes Fettnäpfchen des Großstadtromans klettert, daraus aber – wie aus einem Stahlbad der Satire und Selbstironie – literarisch unverwundbar wieder herauskommt, ist merkwürdig und schön zugleich." (SWR2)




Sven Amtsberg


Langenhagen, Nabel der Welt. Zumindest für Jesse, der dort eine Kneipe betreibt. Und seine Mona, die im angeschlossenen Supermarkt kassiert. Das Leben könnte schön sein, im niedersächsischen Nirgendwo – schliche da nicht Jesses Zwillingsbruder Aaron durchs Maisfeld, mit dem teuflischen Plan, Jesse endlich zu ersetzen.



Copyright Maike Hogrefe


Copyright Martin Walz


Simon Strauß


"Sieben Nächte" (Aufbau Verlag), sieben Sünden: Simon Strauß geht aufs Ganze. Zu geradlinig ist ihm sein Lebenslauf, zu angepasst findet er sich selbst. Und versucht die Radikalkur: Hochmut, Wollust, Völlerei – jede Nacht kommt eine Todsünde an die Reihe. Mal springt er an einem Seil vom Hochhaus, mal stürzt er sich in einen Maskenball im Fetisch-Club. Immer schreibt er darüber. Und immer ist da die Frage: Wofür leben? Die stellt er nicht nur sich persönlich, sondern einer Generation.
Florian Illies (Generation Golf) findet in DIE ZEIT »pure, reine, echte Romantik«, »Simon Strauß erzählt von einer besseren Welt, in der das Fühlen noch geholfen hat. Und wieder hilft.«




Noemi Schneider


"Na super, ich bin aktenkundig, weil mir ein achtjähriger Terrorist Liebesbriefe geschrieben hat." Tja, kann passieren. Vor allem, wenn die eigene Mutter einen Nachwuchs-Dschihadisten aufnimmt. Doch mit der ist nicht zu diskutieren: Sie weiß längst, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt und der Kapitalismus an allem schuld ist, hat Lachyoga erfunden und den Dalai Lama getroffen, kifft im Garten und verachtet das Karriere-Gehampel der nächsten Generation. Wie sich noch fetzen mit so einer Erzeugerin? Noemi Schneider versucht‘s: "Das wissen wir schon" (Hanser Literaturverlage Berlin) ist ein hinreißender Schlagabtausch zwischen Stadt und Land, Realität und Utopie, Mutter und Tochter – und als Schlichter fungiert ein Nagetier.




Lena Elfrath

Mit ihrem Roman “Die Liebe ist kein Schmetterling” hat Lena Elfrath ein ganz schönes Brett rausgehauen. Über zwei Jahre lang hat sie intensive Recherche betrieben und hat sich bis ins letzte Detail mit den verschiedenen Rollen in ihrem Buch befasst. Um sich in ihre Hauptfigur Maik hineinversetzen zu können, hat sie nicht nur viele Interviews geführt, sondern sogar selbst eine Zeit lang gebettelt – das nennen wir mal Hingabe! Lena wohnt mal in Frankfurt, mal in Berlin.

Sascha Macht

Sascha, Baujahr: 1986, wurde in Frankfurt an der Oder geboren und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nachdem er in Zeitschriften veröffentlicht wurde und einige Stipendien und Auszeichnungen in der Tasche hatte, veröffentlichte er mit “Der Krieg im Garten des Königs der Toten” seinen ersten Roman. Sascha wohnt weiterhin in Leipzig.