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Corinna - ein dauerfröstelndes Organisationsgenie

Ein Interview mit Corinna zu führen ist ein bisschen so wie an einem wirklich wichtigen Seminar teilzunehmen – du weißt, dass es lange dauern wird, du allein für die Notizen vermutlich einen Regenwald roden musst, aber trotzdem nimmst du das alles gerne in Kauf, weil es eben so furchtbar interessant ist.
 
Allein ihre „Kurz“-Biographie würde vermutlich die Kapazität eines so manchen Ken Follett Romans sprengen. In Hamburg geboren, verschlägt es Corinna noch vor ihrem ersten Geburtstag für ein paar Jahre in einen Vorort von Bremen, bevor es dann in das Heimatdorf ihrer Eltern zurückgeht, in das schöne Fürstenau im Kreis Höxter. In dieser Oase der Ruhe, gelegen irgendwo zwischen „Nirgendwo“ und „Ganz-Weit- Weg“, brodelte in ihr wohl schon dort der Drang, sich kreativ auszutoben.
Nachdem sie eine schulische Ausbildung in der IT-Branche abgeschlossen hat, fällt ihr spontan auf, dass eintönige Arbeit doch nichts für sie ist. Also holt sie eben mal ihr Abitur nach und stürzt sich dann – nach einer kurzen Zwischen-Odysee im Telefon-Marketing – mit Anlauf in ein Studium im Bereich Kulturmanagement: „Letztendlich habe ich mich dann aber nicht getraut etwas wirklich Kreatives, wie Regie oder Drehbuchautorin zu studieren […] Dann dachte ich mir: Okay, dann machst du eben Kulturmanagement […] Leute zum Organisieren braucht man halt immer.“ Aus nur ihr bekannten Gründen, findet sie sich dann während ihres Pflichtpraktikums mit einem Mal doch in der Regieassistenz einer Theaterproduktion wieder. Einmal mit Verantwortung und Organisationsfreiraum angefixt, will Corinna sich dann ans Freie Theater binden.
 
Dank eines beherzten Eingreifens durch Schicksalsgöttin Fortuna, findet das Ganze zufälligerweise in Köln statt, wo sie sich zur Zwischenmiete in der WG von Witali und Tim eingenistet hat. Lirum, larum, Löffelstiel, wenige Monate später ist sie bei Rausgegangen nicht mehr wegzudenken.
 
Ihren Spitznamen Coco-Content hat sie sich redlich verdient – über alles, was irgendwie mit Content zu tun hat, wacht Corinna mit Argusaugen. Wenn Rausgegangen bei einem Event die Finger mit im Spiel hat, dann waren es mit Sicherheit die von Coco-Content. Das ist aber nur eine Seite Medaille – neben der redaktionellen Arbeit ist sie zuständig für die Organisation unserer eigenen Veranstaltungen, von Konzertreihen wie „zu 7. Im Salonwagen“ und den „Geheimkonzerten“ bis hin zur Festivalleitung von unserem „Zusammen Leuchten“.
 
Dass Corinna nach längerer Irrfahrt nun da ist, wo sie sein will, wird spätestens bei der Frage nach ihrem absoluten Traumberuf klar: „Das ist super schwierig, weil ich ein Stück weit das Gefühl habe, dass ich das schon mache.“ Würde sie bei uns nicht die Content- und Eventmutti spielen, würde sie laut eigener Aussage jetzt bestimmt irgendwo in der Theaterbranche rumkrebsen.
 
In ihrer Freizeit ist sie, wie könnte es auch anders sein, leidenschaftliche Rausgeherin. In guten Wochen hüpft sie auf drei, vier Konzerten rum, was wohl auch mit ihrer mittlerweile guten Bekanntschaft mit vielen lokalen Künstlern zusammenhängen mag. Ganz im Sinne der Eigenwerbung, war das coolste Event, das Corinna bisher beehrt hat, unser Zusammen Leuchten Festival 2016: „Das ist emotional schon nochmal was ganz anderes, wenn jeder Künstler, der dort spielt, und jeder Zuschauer da ist, weil man selbst das Event ins Leben gerufen hat.“
 
Obwohl scheinbar in ihrem persönlichen Nirvana angekommen, hat Corinna noch einige Wünsche offen – angefixt von ihrem Auslandssemester in Peru würde sie irgendwann mal gerne professionell Salsa tanzen können, obwohl sie da wenig optimistisch ist (in diesem Sinne: Tanzschule gesucht!). Außerdem bekommt sie auch in ihrer Freizeit gar nicht genug davon Buchstaben zu schrecklich kreativen Kurzgeschichten und Gedichten anzuordnen, von sie in Zukunft gerne ein paar veröffentlichen würde. Vielleicht. Wunderlich ist aber, dass sie unbedingt nach Island möchte – Corinna würde als anerkannte Frostbeule wahrscheinlich eher in einer Sauna in unmittelbarer Vulkannähe glücklich werden.
 
Angetan an Köln hat es ihr vor allem die berüchtigte Vielseitigkeit: „Es gibt auf der Veranstaltungsebene oft Events, die versuchen die Szenen, Geschmäcker und Lifestyles zu vereinen.“ Als zum Himmel schreienden Affront empfindet sie allerdings die Preise unserer geliebten KVB – so fährt Coco-Content dann eben zähneklappernd mit dem Drahtesel zur Arbeit.
 
Auch abseits der Arbeit schätzen wir Corinna vor allem dafür, dass sie bei all dem Stress (und der Kälte) immer ein offenes Ohr hat und sich durch kaum etwas aus der Ruhe bringen lässt. Achja, übrigens: „Leute, die es verstehen, finden meinen Humor glaube ich dann auch ganz witzig. Aber den verstehen eben leider nicht alle…“