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Museum Ludwig

Expressionismus: Starke Gefühle

Führung (M. Fänger)

 

STÄNDIG Pop don't stop! Mit der umfangreichsten Pop-Art-Kollektion Europas, der drittgrößten Picasso-Sammlung der Welt und einer der bedeutendsten Sammlungen zum deutschen Expressionismus übt sich das Museum Ludwig seit seiner Gründung in Superlativen. In dem Haus am Heinrich-Böll-Platz findet man außerdem herausragende Werke der rus- sischen Avantgarde sowie eine exzellente Sammlung zur Geschichte der Fotografie. Das Fundament für die Museumsgründung legte das Stifter- paar Peter und Irene Ludwig 1976 mit der Schenkung von 350 Werken. Bedingung dafür: Ein eigenes Haus für die Kunst der Gegenwart. Weitere Schenkungen folgten. Dank vieler Kölner Sammler beherbergt das Ludwig heute eine der wichtigsten Kunstsammlungen des 20. und 21. Jahrhunderts weltweit — und das mit Rhein- und Domblick!

AKTUELL »Transcorporealities« Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Konzept der Durchlässigkeit von Körpern. Posthumanistische und neue materialistische Theorien begreifen menschliche wie nichtmenschliche Körper als offene Systeme, die sich im dauerhaften Austausch mit ihrer Umwelt befinden — jenseits von Dualismen wie Natur und Kultur, Mensch und Maschine, Subjekt und Objekt oder Individualität und Gemeinschaft. Die Idee der Transkorporalität lässt sich auch auf das Museum anwenden: In stetigen Beziehungsprozessen durchdringen sich darin diverse soziale, biologische, technologische, wirtschaftliche, politische und sprachliche Systeme. Vor diesem Horizont aktiviert die Ausstellung einen Bereich des Museums, der sich durch seine Fensterfronten und Glastüren an zwei Seiten öffnet und frei zugänglich ist: das Eingangsfoyer. Als Transitraum bildet es eine Art Membran — einerseits um das sensible Innenleben der Institution vor äußeren Einflüssen zu schützen, andererseits um ihre Poren für die Umwelt zu öffnen und somit ihre Atmung zu ermöglichen. Die künstlerischen Arbeiten reagieren unmittelbar auf den Raum, schaffen neue Mikroarchitekturen, inkorporieren die bestehende Einrichtung oder legen venenartige Fährten in die Sammlung. Die Werke sind immersiv, prozessual oder performativ. Mitunter entziehen sie sich bewusst der materiellen Fassbarkeit.

»Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben« Im Bauhaus-Jahr widmet das Museum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy (1894–1989) eine Präsentation im Fotoraum. Dort werden auch drei neu erworbene Vintage- Prints der Künstlerin gezeigt. Ihre Arbeiten begleiten Briefe aus dem Archiv des Hauses, die einen regen Austausch zwischen Moholy und Erich Stenger, Fotosammler und -historiker, bezeugen. Gemeinsam hatten sie vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der National- sozialisten trieb Moholy in die Emigration, während Stenger zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte in London schließlich selbstständig »A Hundred Years of Photography 1839–1939«. 

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Wann?

02. Nov. 2019, 21:00 Uhr

Wo?

Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
5 Minuten von der Haltestelle Dom/Hbf (Linien 5, 16, 18)