Isabelle Dyckerhoffs Arbeiten verlangen ein entschleunigtes Sehen. Besonders in ihren Whites erschließt sich dem Betrachter erst bei genauer Betrachtung die feine Differenzierung von Papierqualitäten und Weißtönen. Ihre minimalistischen Collagen entziehen sich einer eindeutigen Genrezuordnung: Das von Hand gerissene Papier wird selbst zum bildnerischen Medium.
Als Grenzgängerin bewegt sich Dyckerhoff an der Schnittstelle von Malerei und Zeichnung, Objekt und Skulptur, dabei stets dem Minimalen verpflichtet. Ihre künstlerische Praxis kreist um Fragestellungen, die sich aus klassischen Materialien wie Papier, Leinwand und Farbe ergeben. Sie untersucht Linien, ihr Zusammenspiel und ihre räumliche Wirkung, entwickelt Ordnungen und Strukturen, die an tradierte Techniken erinnern und zugleich das kollektive Kulturgedächtnis ansprechen.
Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist die Erforschung von Wahrnehmung als einem Prozess, der sich im Sehen formt und stetig verändert. Die meist seriell angelegten Werke bewahren bewusst die Spuren ihres Entstehens und verweisen auf das Spannungsverhältnis von Kontrolle und Zufall. Dyckerhoffs Arbeiten verstehen sich nicht als Abbild, sondern als visuelle Denkmodelle, die Wahrnehmung als aktiven und offenen Prozess begreifen.
Das Werk der Schülerin von Jerry Zeniuk wurde in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen präsentiert und ist in bedeutenden Sammlungen vertreten.
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