Köln ist fair - mit ARMEDANGELS und Greenpeace Energy

geschrieben von Orksala

Es ist offensichtlich - und auch sehr schön - dass sich das Bewusstsein für Essen, Kleidung, Energien und die Umwelt verändert und immer fairer und ökonomischer wird.
Wir bei Rausgegangen merken das jeden Tag auf's Neue. Nicht nur teilweise bei den Events, die wir raussuchen, sondern auch bei unseren Partnern und all den Gesprächen, die wir mit euch, Ladenbesitzern, Gründern, Labeln und und und führen. Niemand möchte nun den Moralapostel spielen und ich schreibe auch nicht mit erhobenem Zeigefinger, trotzdem würden wir gerne in unserer neuen Reihe "KÖLN IST FAIR", die wir zusammen mit Greenpeace Energy ins Leben gerufen haben, immer wieder Läden, Marken oder Firmen vorstellen, die in ihrer Art und Weise zum Thema passen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle ihre Energie und den Strom von Greenpeace Energy beziehen.

Den Anfang machen wir mit den wunderbaren Menschen von ARMEDANGELS, die nicht nur faire & ökologische sondern auch super stylische Mode produzieren! Schon seit elf Jahren arbeiten sie jeden Tag mit Freude und Engagement daran, uns zu zeigen, dass nachhaltige Materialien, faire Arbeitsbedingungen und gutes Produktdesign sich nicht ausschließen.
Das Label wird online, bei Retailern oder in anderen Boutiquen verkauft, aber wir haben sie in ihrem geräumigen Büro in Ehrenfeld besucht, um uns selbst ein genaues Bild von ihrer Arbeit und den Hintergründen zu machen. Wenn du dich speziell für die Marke oder generell für Nachhaltigkeit und umweltbewusste Produktion interessierst, dann wird dir dieses Interview sicher gefallen!

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Rechts: Lavinia Muth, Sustainability Managerin bei ARMEDANGELS

Was ist das Besondere an euch?

"Wir gehören zu den größten Eco & Fair Fashion Labels in Europa, das alleine ist schon toll! Aber was uns auszeichnet und stolz macht ist, dass wir eine 100%-ige Rückverfolgbarkeit unserer Ware nachweisen können. Keine Lohnsklaverei, keine billige Massenware und auch kein Chemiewahnsinn. "Nothing to hide" eben, unser Leitsatz, der sich häufig wiederfindet. Es existieren, ehrlich gesagt, nicht viele Marken auf dem Markt, die das können. Uns ist das besonders wichtig und daran arbeiten wir Tag für Tag. Unsere Produkte, die Stätten vor Ort und die Bedingungen werden von uns persönlich ausgesucht und kontrolliert. Wir wollen wirklich etwas verändern und das funktioniert nur, wenn wir uns in allen Bereichen zu 100 % sicher sind, dass sie so umgesetzt werden, wie wir sie uns vorstellen."

Deshalb bezieht ihr auch grünen Strom?

"Genau. Seit wir in unserem neuen Büro sitzen, sind wir bei Greenpeace Energy, denn wir wollten nicht nur ökologisch optimierte Mode machen, sondern diesen Gedanken auch auf andere Bereiche ausweiten. Es gehört einfach zu unserem Mindset. Es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen."

Eure Geschichte im Schnelldurchlauf, wie kam es zu ARMEDANGELS?

"Uns gibt es schon seit 2007 und seitdem sind wir stetig gewachsen und haben uns in vielen Bereichen weiterentwickelt. Ganz am Anfang stand bei den Gründern der Gedanke, ein paar Shirts (die nicht unbedingt modisch waren) zu bedrucken und mit den Geldern Charities zu unterstützen, um so einen Unterschied zu machen. Der Gedanke an all die Missstände bei der Produktion hat sie nicht mehr losgelassen - wenn man sich damit beschäftigt, wird einem erst klar, was da eigentlich passiert und dass die Modeproduktion zu den dreckigsten Industrien der Welt gehört. Wir wollten zeigen, dass es auch anders geht.
Zu der Zeit war das Umdenken in diesem Bereich noch nicht so stark in der Öffentlichkeit vertreten wie heute, umso schöner, dass es nun so weit ist. Mittlerweile haben wir ein Team von 80 Mitarbeitern, bringen vier Kollektionen im Jahr heraus und gehören zu den größten Eco & Fair Fashion Labels in Europa!"

Welcher Gedanke hat euch hauptsächlich in all der Zeit motiviert?

"Wir wollten der Öffentlichkeit zeigen, dass es immer eine Wahl gibt! Und man mit seinen Entscheidungen tatsächlich etwas bewirkt. Es ist in unserer Gesellschaft nicht realistisch, völlig auf Konsum zu verzichten, aber man kann die Sensibilität dafür schaffen, bewusst zu konsumieren. Brauche ich wirklich das zehnte günstige Shirt oder kaufe ich mir lieber zwei qualitativ hochwertige, die zu fairen Bedingungen produziert wurden? Wenn man sich damit beschäftigt hat, ist die Antwort einfach.
Außerdem war uns klar, dass niemand ein Bio-Shirt kauft, wenn es "hässlich" ist. Deshalb sind wir immer modischer geworden, gehen mit der Zeit und sprechen eine junge, aber bewusste Zielgruppe an."

Und weil wir die Mode lieben, haben wir uns gleich auch mal in Schale geschmissen und ein paar höchst ernsthafte Modelbilder gemacht (höhö)!