Ausgehend von einem übersehenen Gedenkort in Markkleeberg im Landkreis Leipzig folgte die Künstlerin Mandy Gehrt den Spuren der Holocaustüberlebenden Dr. Zahava Szász Stessel bis in die Vereinigten Staaten der Gegenwart. Als 13- und 14-jährige ungarisch-jüdische Mädchen überlebten sie und ihre Schwester Auschwitz und das KZ-Außenlager von Buchenwald in Markkleeberg. Nach der Befreiung führten ihre Wege über Ungarn, Deutschland, Zypern und Israel bis nach New York.
Auf Reisen zu den Stationen dieser Nachkriegsgeschichte fotografierte Mandy Gehrt Gedenkorte, Gebäude, Landschaften und andere Spuren der Vergangenheit. Die Bilder wurden ergänzt durch Gespräche mit Zahava Szász Stessel, Erinnerungen aus ihrem Buch ‘Snow Flowers’, Begegnungen mit Angehörigen, Fachleuten und zufälligen Wegbegleitern sowie durch Recherchen in Archiven und Literatur. So entstand eine Kartographie der Erinnerung, die diese nicht als abgeschlossen betrachtet, sondern als Bewegung begreift.
Die Publikation erzählt von Flucht, Neubeginn, Bildungswegen und Selbstbehauptung – und von der Frage, wie Überlebende nach 1945 weiterlebten, lernten, studierten, arbeiteten, schrieben und ihre Geschichte gegen das Vergessen behaupteten.
Das Fotobuch You are looking at one – Kartographie einer Erinnerung erscheint im Juni im Verlag Hentrich & Hentrich und wird druckfrisch in der GfZK präsentiert.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der 17. Jüdischen Woche in Leipzig – Tacheles 2026 statt.
Preisinformation:
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.