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Crossing the Mangrove: Über Wälder als Schauplätze öko-politischen Wissens
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Crossing the Mangrove: Über Wälder als Schauplätze öko-politischen Wissens
Keynotes, anschließend Gespräch
Stéphane Martelly, Malcom Ferdinand und Jason Allen-Paisant
Die Eröffnungsveranstaltung von Bwa Kayiman: Crossing the Mangrove. Über Wälder als Schauplätze öko-politischen Wissens beginnt mit Keynote-Vorträgen zweier dekolonialer Denker*innen, dem Umweltingenieur und Politikwissenschaftler Malcom Ferdinand und der Wissenschaftlerin und Lyrikerin Stéphane Martelly. Ferdinand hat sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Kolonialgeschichte und Umweltfragen im karibischen Kontext auseinandergesetzt. Er schlägt vor, den Auslöser für die haitianische Revolution, die Bwa-Kayiman-Zeremonie, als Gründungsmoment einer karibischen dekolonialen Ökologie zu verstehen. Seiner Ansicht nach kann die Rückbesinnung auf diese Politik der Emanzipation, die von den Versklavten und Maroons Haitis in der darauffolgenden Revolution fortgeführt wurde, dazu beitragen, sich von einem eher technizistisch gelagerten Umweltnarrativ der gegenwärtigen ökologischen Krise zu lösen. Ferdinand formuliert eine Antwort auf die breit rezipierte Gaia-Hypothese von James Lovelock und Lynn Margulis. Die Karibik bietet demzufolge einen radikal anderen Ansatz, den er als „Haiti-Hypothese“ bezeichnet: Eine politische Ökologie kann durch dekoloniale Kämpfe um Gerechtigkeit, Gleichheit und Wiedergutmachung sowohl die Erde neu berühren als auch die Welt umfassen.
Martelly erkundet aus haitianischer Perspektive mit poetischen Mitteln Mangroven und Bergwelten als Schwellenräume der Befreiung innerhalb der Vorstellungswelt von Bwa Kayiman. Ausgehend von den Werken verschiedener Schwarzer Dichter*innen aus den Amerikas geht sie der Frage nach, inwiefern diese spezifischen Ökologien nur dank der Formierung und dem Wirken einer radikalen Schwarzen Befreiungsbewegung existieren können. Durch sie entsteht ein „Außen“ gegenüber allen kolonialen und suprematistischen Systemen der Ausbeutung und Zerstörung – ein fortwährender Prozess, der historisch durch Bwa Kayiman repräsentiert wird, aber seitdem in haitianischen Kulturproduktionen unendlich oft wiederholt und weiterentwickelt worden ist. Lyrik wird in diesem Sinne zu einer weiteren Form der Schöpfungskraft und des Denkens freiheitlicher Ökologien.
Teil von Bwa Kayiman: Crossing the Mangrove.
Ort: Safi Faye Saal
Auf Französisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche und Englische
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