FOTO: © Klaudius Dziuk

Der Hannibal Komplex - nö theater

Theater Dance

Das sagt der/die Veranstalter:in:

2021 hat am Oberlandesgericht Frankfurt die Hauptverhandlung gegen Franco Albrecht begonnen. Der Oberleutnant der Bundeswehr hat sich als Geflüchteter registrieren lassen und soll mit dieser Tarnidentität Attentate auf Politiker:innen des linken Spektrums geplant haben. Mit seiner Verhaftung 2017 wurde ein rechtsextremes Netzwerk aufgedeckt mit Verbindungen zum Militärischen Abschirmdienst, zur Bundeswehr und zur Polizei. Männer mit Zugriff auf höchste Sicherheitsstufen und mit Zugang zu Waffen und Munition der deutschen Exekutive. Sie radikalisieren sich in vermeintlichen Prepper-Chatgruppen und reden von einem Völkeraustausch und islamistischen Terrorzellen, die 2015 mit den Geflüchteten nach Deutschland gekommen sein sollen. Es wird von einem Tag X gesprochen, von einem Zusammenbruch der staatlichen Grundordnung und von Feind:innen, die liquidiert gehören. Von Lagerhallen, Löschkalk und Leichensäcken. Was komplett absurd und realitätsfern klingt, scheint bittere Realität zu sein.

Im Zentrum dieses Komplexes steht der ehemalige KSK-Soldat André Schmitt, alias Hannibal. Er ist die Schlüsselfigur dieses rechtsextremen Netzwerks: Von dubiosen Ritterorden bis hin zum Ku-Klux Klan, Hannibals Verbindungen scheinen endlos zu sein. Der Rechtsstaat behauptet, alles im Griff zu haben... doch wie viel Gefahr geht von unseren Sicherheitsbehörden selbst aus?

Das „nö theater“ entwickelt seit über 10 Jahren Theaterstücke, die ihren Fokus auf unbeleuchtete Aspekte gesellschaftlicher Verhältnisse richten. Es sind Stücke, die unterhaltsam, anregend und notwendig sind. An Themen, die eine kritische Betrachtung verdienen, mangelt es nicht.

Grundlage dieser Arbeit ist eine tiefgehende Recherche, in die möglichst alle Beteiligten umfassend involviert sind. Es werden Interviews geführt, Orte besucht, Expert*innen befragt und aus diesen Erfahrungen jeweils eine spezielle theatrale und ästhetische Form entwickelt. Das „nö theater“ ist dafür bekannt, in jeder seiner Arbeiten einen aktuellen Bezug zu schaffen. Dabei war es häufig das erste Ensemble, das sich mit bestimmten Themen im Theaterkontext auseinandergesetzt hat. Wie zum Beispiel dem rechtsextremen Hannibal-Netzwerk oder dem NSU-Komplex. Um die Aktualität zu wahren, werden gegenwärtige Ereignisse und Entwicklungen fortwährend in die Werke eingearbeitet. Mit Produktionssitz in Köln sind die Stücke immer darauf ausgerichtet, an den verschiedensten Häusern und Spielorten im deutschsprachigen Theaterraum aufgeführt werden zu können.

 

TEAM

 

Text und Regie Asim Odobašić

Schauspiel Julia Knorst, Anne Katharina Müller, Asta Nechajute

Dramaturgie Janosch Roloff

Regieassistenz Anna Sander

Lichtkonzept David Horsters

Produktionsleitung Lucia Schulz

Gefördert von NRW Landesbüro für Darstellende Künste, Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, Politbüro Hamburg, Förderverein nö theater e.V.

 

Foto: Klaudius Dziuk

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