Die Physiker

TAGESTIPP Theater

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Der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) mag vielleicht nicht der alleinige Erfinder der Tragikomödie sein, aber der Schweizer war ohne Zweifel einer jener Autoren, die ihrer Zeit nur mithilfe von Verfremdung, Paradoxie und Widersinn zu Leibe zu rücken wussten. Anders fand er die Welt nicht abbildbar, denn »der Moderne kommt nur die Groteske bei«. Wie in »Die Physiker«.

Dürrenmatts Drama – sein irrwitzigstes und schwärzestes – handelt davon, dass die Erde ein kostbarer, schützenswerter Ort ist. Davon, dass sie dem Wahnsinn anheimgefallen ist, dass die Verquickung von Markt und Macht zu einer Allvernichtungsmaschine geworden ist; dass eine Gegenwehr unmöglich ist und doch die größte Sehnsucht bleibt. Es erzählt von einem »verlotterten Irrenhaus, das vor ›blauen Bergen‹ steht«. Hierin leben drei ehemalige Physiker als Patienten. Doch alle spielen ihren Wahn nur vor: der eine, Möbius, weil er im Besitz der Weltformel ist und voller Angst, die Mächtigen der Erde könnten sie missbrauchen. Die beiden anderen, weil sie in Wahrheit Geheimagenten sind, angesetzt auf Möbius von ebenjenen Mächtigen der Erde, um seine Entdeckung zu missbrauchen.

»Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat«, schrieb Dürrenmatt. Hier exerziert er dieses Theorem durch und erzählt vom tragikomischen Menschheitswahn, der darin liegt, dass unserer Spezies mit ihrer unendlichen Neugier und ihrem Erkenntnisdrang auch die Gier, der Unterwerfungswille und der Eigensinn eingeschrieben sind.

Was darf gedacht werden, fragen die »Physiker«. Und wenn die Antwort darauf ist: Alles! – zu welchem Ende führt uns das?

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