Ein kollektives Handarbeitsprojekt, das textile Produktion als soziale Praxis begreift: Ausgehend von mitgebrachten, ausrangierten T-Shirts entsteht vor Ort ein Recycling-Jerseygarn. In einem offenen Prozess fertigen die Teilnehmenden daraus gestrickte oder gehäkelte Module, die sukzessive zu einem gemeinsamen Teppich, einem Objekt oder einer Fahne zusammengefügt werden.
Das entstehende Produkt ist weniger als fertiges Objekt, denn als fortlaufender Prozess zu verstehen: ein materielles Archiv der Begegnungen, der Gespräche und der geteilten Zeit. Er verweist auf Formen kollektiver Autorschaft und setzt der Logik individueller Produktion eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit entgegen.
Während der KunstFestSpiele bleibt die Arbeit im Festivalzentrum sichtbar. Gerne alte T-Shirts mitbringen. Wer Strick- und oder Häkelerfahrung hat, ist klar im Vorteil.
Der Workshop findet im Rahmen der freitagsküche statt. Die vielleicht beste Festivalküche Europas kocht und kuratiert Kulinarik als soziales Ereignis: Das Künstler*innenkollektiv sorgt nicht nur vielfältig und geschmackssicher für das leibliche Wohl auf dem Festival, sondern schafft darüber hinaus mit dem Workshopangebot einen sozialen Raum, in dem sich künstlerische Praxis und Alltagskultur überlagern.
mit Anja Stoffel