„Ist Exil Schmerz und Isolation oder auch eine Inspirationsquelle?“ Das fragt sich die moldawische Ausnahmegeigerin Patricia Kopatchinskaja und gibt selbst die Antwort: „Was für Komponisten, für uns Musiker, uns Menschen bleibt, ist das Exil in die Kunst, in das Unsagbare der Musik, das sich jeder Begrifflichkeit entzieht.“ Zusammen mit der CAMERATA BERN wandelt sie dabei auf folkloristischen Spuren und wirft einen Blick auf interessante osteuropäische Komponisten wie den mit Vierteltönen arbeitenden Ivan Wyschnegradsky, den Polystilisten Alfred Schnittke oder den Polen Andrzey Panufnik, der sein Violinkonzert 1971 für Yehudi Menuhin schrieb. Mit einem neuen Werk des im Wiener Exil lebenden Alexey Retinsky versuchen sie, die Musik der Erinnerung dienstbar zu machen.
Im Anschluss Künstlergespräch mit Anselm Cybinski im Festivalzentrum
Künstler*innen:
Patricia Kopatchinskaja
Violine und Leitung
Thomas Kaufmann
Violoncello
CAMERATA BERN
Programm:
Ukrainisch-russische Folklore
Kugikly für Violine und Panflöten
PatKop (*1977)
Wut für Violine und Streicherensemble
Aus moldawischer Folklore
Cucuşor cu pană sură
Alfred Schnittke
Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 (Arr. Martin Merker 2020)
Franz Schubert
Nr. 3 aus den Fünf Menuetten und Trios für
Streichquartett D 89
Eugène Ysaÿe
Exil! op. 25, Poème symphonique für hohe Streicher
Andrzej Panufnik
Konzert für Violine und Streicher (1971)
Alexey Retinsky
Die Konturen der Verlorenen (Uraufführung)
für Streichensemble, Cembalo und Stimmen (Auftragskomposition der Camerata Bern 2024)
Preisinformation:
8 € Tickets für Schüler*innen, Auszubildende und Studierende erhältlich an der Abendkasse ab 1 Stunde vor Konzertbeginn.