Vor 35 Jahren wurde die Berliner Mauer zu Fall gebracht und kurz darauf ein ganzes politisches System. Der Mauerfall war symbolträchtiger Höhepunkt der friedlichen Revoltion in der DDR - und so war es letztlich auch der Mut der Menschen, der in die Geschichtsbücher einging.
In Erinnerung an die Ereignisse vor 35 Jahren findet im Oktober im Roxy Lichtspielhaus eine Reihe von Filmen statt, die aus verschiedenen Perspektiven (mal Ost, mal West) auf die Ereignisse und Erlebnisse der damaligen Zeit blickt.
Mit Sicherheit einer der schönsten deutschen Filme war HERR LEHMANN von Leander Haußmann nach dem Roman von Sven Regener, der ähnlich wie SONNENALLLEE ein Stück Berliner Alltagsleben schildert, nur eben diesmal aus dem anderen, dem westlichen Teil der Stadt.
Herr Lehmann (Christian Ulmen) kam einst nach West-Berlin, um dem Wehrdienst zu entfliehen und blieb irgendwie hier hängen. Seit Jahr und Tag jobbt Herr Lehmann hinter dem Tresen der Szenekneipe "Einfall" im Schatten der Mauer und hängt mit dem ewig gleichen Typen herum, die ihr Leben genauso wenig auf die Reihe bekommen, wie er selbst. Das ausgerechnet Lehmann dann doch noch die Liebe ereilt, ist schon ein mittleres Wunder, wenngleich sich die Beziehung zur Köchin Katrin (Katja Danowski) nicht gerade als einfach erweist - so wie eben alles im Leben des Herrn Lehmann.