FOTO: © Aida Baghernejad, Johann Scheerer
I Stream the Line Between Good and Evil ・ Pop-Kultur Festival 2026
Das sagt der/die Veranstalter:in:
24.–30. August 2026 | silent green Kulturquartier, Festsaal Kreuzberg, Kulturbrauerei, Pierre Boulez Saal u.a.
Live-Konzerte, experimentelle Musikformate, Talks und mehr. Es erwarten dich internationale und lokale Künstler*innen, Weltpremieren und Musik in all ihren Facetten. Von großen Bühnen bis zu intimen Clubshows.
Streaming hat die Musikwelt demokratisiert, heißt es oft. Noch nie war es so einfach, Musik zu veröffentlichen, ein Publikum zu erreichen und unabhängig zu arbeiten. Gleichzeitig wächst die Kritik an den Plattformen, die heute maßgeblich darüber entscheiden, welche Musik sichtbar wird, wer Geld verdient und welche künstlerischen Positionen überhaupt eine Chance haben, gehört zu werden. Kaum jemand hat diese Debatten in den vergangenen Monaten so pointiert und öffentlich geführt wie Johann Scheerer. In seinen vielbeachteten Social-Media-Videos beschäftigt sich der Labelbetreiber, Produzent und Autor regelmäßig mit den Machtverhältnissen der Streamingökonomie, den Arbeitsbedingungen von Musiker*innen, den Interessen großer Plattformen wie Spotify und der Frage, wem die digitale Musikkultur eigentlich nützt. Im Gespräch mit der Journalistin Aida Baghernejad geht es um die Versprechen und Widersprüche der Streamingära, um Künstler*innen, Plattformkapitalismus und die Zukunft unabhängiger Musikkultur. Wer profitiert von den bestehenden Strukturen? Welche Alternativen sind denkbar? Und wie verändert sich das Verhältnis zwischen Kunst, Öffentlichkeit und Ökonomie, wenn Algorithmen zunehmend die Rolle übernehmen, die einst Redaktionen, Labels oder Szenen innehatten? Johann Scheerer ist Autor, Musikproduzent und Geschäftsführer von Clouds Hill Records. Neben seinem Label betreibt er die Clouds Hill Studios in Hamburg und arbeitet mit Künstler*innen aus unterschiedlichsten musikalischen Kontexten zusammen. Als Autor veröffentlichte er mehrere Bücher, zuletzt den Roman »Play«. Seine pointierten Analysen zur Gegenwart der Musikindustrie erreichen über soziale Medien inzwischen ein Publikum weit über die Branchengrenzen hinaus. Aida Baghernejad gehört zu den profiliertesten Stimmen des deutschsprachigen Kulturjournalismus. In ihren Texten und Podcasts beschäftigt sie sich mit Popkultur, Medien, Politik und den gesellschaftlichen Bedingungen kultureller Produktion. Für Medien wie die taz, Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop, Deutschlandfunk Kultur oder Zeit Online verbindet sie analytische Schärfe mit einem feinen Gespür für die politischen Dimensionen von Pop.
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