永遠の人 Eien no hito
Regie: KINOSHITA Keisuke
1961, 107 Minuten, OmeU, 35 mm
Das Melodram erzählt über einen Zeitraum von 30 Jahren die Geschichte von Sadako, die zur Ehe mit dem Sohn eines Großgrundbesitzers gezwungen wird, obwohl sie einen anderen liebt. Nakadai Tatsuya ist in der Rolle des verhassten Ehemanns Heibei zu sehen, der Sadako vergewaltigt und schwängert, wodurch ihr keine andere Wahl bleibt, als den Peiniger zu heiraten.
Seitdem Takashi, der Geliebte der jungen Sadako, in den Sino-Japanischen Krieg gezogen ist, haben die beiden keinen Kontakt mehr. Heibei, ein anderer Soldat, kehrt verwundet zurück und erzählt ihr, Takashi sei verletzt worden und werde wahrscheinlich sterben – was sich jedoch als große Lüge herausstellt. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Vulkans Aso im südlich gelegenen Kyûshû entspinnt sich eine generationenübergreifende Familientragödie.
Filmreihe
NAKADAI Tatsuya (1932-2025)
Die vielen Gesichter der japanischen Schauspiellegende
Nakadai Tatsuya zählt zu den bedeutendsten Schauspielern der japanischen Filmgeschichte. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller war in über 120 Filmen zu sehen und verkörperte zumeist komplexe und vielschichtige Charaktere.
Geboren am 13. Dezember 1932 in Tokyo besuchte Nakadai nach seinem Schulabschluss Aufführungen der Theatergruppe Haiyûza, in die er 1952 selbst aufgenommen wurde. 1954 gab er mit einem Statistenauftritt sein Filmdebüt in Die sieben Samurai, was den Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit Kurosawa Akira markierte: Nakadai spielte tragende Rollen in Yojinbô oder Tsubaki Sanjûrô und brillierte als Protagonist in den großen Epen Kagemusha und Ran. Aber auch mit anderen renommierten Regisseuren wie Kobayashi Masaki, Okamoto Kihachi und Teshigahara Hiroshi verband ihn eine enge Zusammenarbeit.
1975 gründete Nakadai gemeinsam mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Miyazaki Yasuko eine Schule für Nachwuchsschauspieler namens Mumei juku, die von zahlreichen Talenten besucht wurde, darunter auch Yakusho Kôji (bekannt u.a. aus Perfect Days).
Die schillernde Bandbreite der von Nakadai dargestellten Figuren reicht von Samurai, Kriminellen und Universitätsprofessoren bis hin zu Malern und Familienvätern, denen er mit feinen Nuancen Tiefe und Intensität verlieh.
Nakadai Tatsuya starb am 8. November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.
Die Filmreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival
Nippon Connection in Frankfurt statt (02. – 07.06.2026).
Im Rahmen der Retrospektive des Festivals zeigt das
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum acht Filme
mit NAKADAI Tatsuya aus dem Archiv der Japan Foundation in Tokyo.