朝やけの詩 Asayake no uta
Regie: KUMAI Kei
1973, 130 Minuten, OmeU, 16 mm
Das sozialkritische Drama spielt in den japanischen Alpen in Nagano und thematisiert den Konflikt, der zwischen dem ländlich-traditionellen Leben einerseits und der rücksichtslosen Erschließung der Region durch Großkonzerne andererseits auftritt. Nakadai Tatsuya verkörpert die Rolle des willensstarken Sakuzô, der sich standhaft weigert, sein Land für den Bau eines Touristenresorts aufzugeben.
Kurz nach dem Ende des Pazifikkrieges wurde von der Regierung im Rahmen eines Umsiedelungs- und Agrarentwicklungsplans ein Bergdorf aus dem Boden gestampft. Das Dorf war bislang schwer zugänglich und soll nun durch eine Autobahn verkehrstechnisch angebunden werden. Auch soll die unberührte Natur einem riesigen Freizeitpark weichen. Die Zukunftsaussichten spalten die Dorfgemeinschaft, darunter auch die Familie von Haruko und ihrem Vater Sakuzô.
Filmreihe
NAKADAI Tatsuya (1932-2025)
Die vielen Gesichter der japanischen Schauspiellegende
Nakadai Tatsuya zählt zu den bedeutendsten Schauspielern der japanischen Filmgeschichte. Der vielfach ausgezeichnete Darsteller war in über 120 Filmen zu sehen und verkörperte zumeist komplexe und vielschichtige Charaktere.
Geboren am 13. Dezember 1932 in Tokyo besuchte Nakadai nach seinem Schulabschluss Aufführungen der Theatergruppe Haiyûza, in die er 1952 selbst aufgenommen wurde. 1954 gab er mit einem Statistenauftritt sein Filmdebüt in Die sieben Samurai, was den Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit Kurosawa Akira markierte: Nakadai spielte tragende Rollen in Yojinbô oder Tsubaki Sanjûrô und brillierte als Protagonist in den großen Epen Kagemusha und Ran. Aber auch mit anderen renommierten Regisseuren wie Kobayashi Masaki, Okamoto Kihachi und Teshigahara Hiroshi verband ihn eine enge Zusammenarbeit.
1975 gründete Nakadai gemeinsam mit seiner Frau und Schauspielerkollegin Miyazaki Yasuko eine Schule für Nachwuchsschauspieler namens Mumei juku, die von zahlreichen Talenten besucht wurde, darunter auch Yakusho Kôji (bekannt u.a. aus Perfect Days).
Die schillernde Bandbreite der von Nakadai dargestellten Figuren reicht von Samurai, Kriminellen und Universitätsprofessoren bis hin zu Malern und Familienvätern, denen er mit feinen Nuancen Tiefe und Intensität verlieh.
Nakadai Tatsuya starb am 8. November 2025 im Alter von 92 Jahren an einer Lungenentzündung.
Die Filmreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Filmfestival
Nippon Connection in Frankfurt statt (02. – 07.06.2026).
Im Rahmen der Retrospektive des Festivals zeigt das
DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum acht Filme
mit NAKADAI Tatsuya aus dem Archiv der Japan Foundation in Tokyo.