„Zeitenwende“ – der Begriff, den der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz 2022 prägte, wurde zum Wort des Jahres und ist bis heute in aller Munde. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs bezeichnete er ursprünglich eine geopolitische Zäsur. Doch inzwischen zeigt sich, dass diese Entwicklung weit über das hinausgeht, was viele zunächst angenommen hatten.
Mittlerweile erfasst eine „innere Zeitenwende“ das Land. Die Umstellung auf eine Art Kriegswirtschaft bindet erhebliche gesellschaftliche Ressourcen. Von der Bahn bis zu Autobahnbrücken werden Investitionen in die Infrastruktur zunehmend dem Ziel untergeordnet, das Land militärisch leistungsfähig zu machen. Zugleich greift eine schleichende Militarisierung in immer mehr Bereiche des Alltags über. Auch die Wiedereinführung der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht erscheint vielen nur noch als eine Frage der Zeit. Der Politikwissenschaftler Ingar Solty zeichnet das umfassende Bild dieser inneren Zeitenwende – einer Entwicklung, die kritische und progressive Positionen zu Sozialstaat, Demokratie, ziviler Kultur und Liberalität zunehmend unter Druck setzt.
Das Buch wird vor Ort käuflich zu erwerben sein.