Caroline von Wolzogen zählt zu den prägenden Figuren des „Weiblichen Weimar“. Einer breiteren Öffentlichkeit ist sie heute vor allem durch Dominik Grafs Schiller-Film „Geliebte Schwestern“ (2014) bekannt. Doch wer war Schillers Schwägerin wirklich – und welche Rolle spielte sie in der Weimarer Klassik? Der Vortrag beleuchtet Caroline von Wolzogen als Autorin und Intellektuelle und fragt nach den Möglichkeiten und Grenzen weiblichen Schreibens um 1800. Im Mittelpunkt steht ihr Dramenfragment „Der leukadische Fels“, das den Mythos der Sängerin Sappho aufgreift und das Wolzogen in Schillers Zeitschrift „Neue Thalia“ veröffentlichen konnte. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie Autorinnen das klassische Programm mitgestalteten – und zugleich um literarische Sichtbarkeit rangen.