Wo sind die USA als industrialisierte Gesellschaft falsch abgebogen? Untermalt von Philip Glass‘ ikonischem Soundtrack brennt Regisseur Godfrey Reggio diese Frage auf die Netzhaut der Zuschauer*innen. Mit Naturaufnahmen am Anfang des Films bildet er das Spiegelbild zu einer lächerlich-gefährlichen Industrialisierung der USA. Er zeigt eine Gesellschaft, die verzweifelt versucht, sich mit Wolkenkratzern anthropologisierte Berge als Monumente der Ewigkeit zu erschaffen - nur um sie verfallen zu lassen, sie zu sprengen und im Schutt Menschen an den Rand der Gesellschaft zu drängen.
In Reggios sich immer schneller drehenden industrialisierten Welt wird der Mensch in der Gesamtheit seiner Handlungen zum logistisch lösbaren Problem. Seine Arbeit, seine Nahrung, seine Fortbewegung, seine Freizeit, seine Vernichtung - alles wird logistisch. Denn für Reggio hängt der industrielle Traum der Raketen, der Eroberung des Weltalls, dem Entkommen der Erde zwingend mit den Mittelstreckenraketen, den Nuklearwaffen und der Vernichtung ebendieser Erde und ihrer Natur zusammen. Aus Tierleben werden in der Industrialisierung Wurstfabriken, aus den Individuen Menschenfabriken. Und nach Reggio tut sich die westliche Gesellschaft das selber an, sie tut es der Natur an, bis sie irgendwann ausgebrannt und verloren durch die Atmosphäre fliegt, dem Aufprall entgegen.