François Truffauts Spielfilmdebüt von 1959 gilt als Schlüsselwerk der Nouvelle Vague und als programmatische Absage an das „tradition de qualité“-Kino des französischen Studiosystems. Im Zentrum steht der Pariser Jugendliche Antoine Doinel, dessen Konflikte mit Elternhaus und Schule eine Chronik der Entfremdung im Nachkriegsmilieu entwerfen.
Mit dokumentarisch anmutenden Außenaufnahmen, beweglicher Kamera und elliptischer Erzählweise verbindet der Film autobiografische Elemente Truffauts mit einer präzisen Milieubeobachtung. Die Uraufführung in Cannes wurde 1959 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet; international avancierte das Werk zum Inbegriff eines neuen, autorenzentrierten Kinos. Die berühmte Schlusssequenz – ein Freeze Frame – markiert nicht nur einen ästhetischen Einschnitt, sondern auch den offenen Horizont einer Figur, die fortan in mehreren Filmen weitergeführt wurde. LES 400 COUPS begründete damit eine der zentralen Werkreihen des modernen europäischen Kinos.
Einführung am 12.5.: Christian Köthe
(Filmforum – Freundeskreis des Filmmuseums)
Preisinformation:
Eintrittspreise 7 Euro · ermäßigt 5 Euro · mit Black-Box-Pass 4 Euro · Kartenreservierung Tel 0211 - 8992232