FOTO: © Timo Reisiger

LUDOWIC

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Matheus Lodewijk (1973), bekannt als LudoWic, ist ein niederländischer Musiker, Komponist und multidisziplinärer Künstler, dessen Arbeit sich zwischen experimenteller Elektronik, vergessenen Instrumenten und räumlichem Klang bewegt. Geboren in Venlo und aufgewachsen in Dongen, wuchs er in einem Umfeld auf, in dem Musik und bildender Ausdruck ganz selbstverständlich nebeneinander existierten. Die Musikalität seines Vaters und die visuelle Sensibilität seiner Mutter prägen bis heute seine Herangehensweise an Klang – nicht nur als etwas, das man hört, sondern als etwas Physisches, Taktiles und tief mit der Erinnerung Verbundenes. Nachdem er sowohl an der Kunsthochschule als auch am Konservatorium angenommen worden war, entschied sich Lodewijk für ein Musikstudium am Codarts-Konservatorium in Rotterdam. Obwohl die bildende Kunst in seinem Schaffen stets präsent blieb, wurde die Musik nach und nach zur zentralen Sprache, durch die er Emotionen, Zeit und Wahrnehmung erforscht. Unter dem Namen LudoWic entwickelte er eine unverwechselbare Klangwelt, die auf in die Jahre gekommenen Synthesizern, Tonbandgeräten, Resonatorlautsprechern und vergessenen elektronischen Instrumenten basiert, deren Instabilität und Unvorhersehbarkeit zu wesentlichen Bestandteilen des kreativen Prozesses wurden. Seine Musik schafft oft ein Gleichgewicht zwischen zerbrechlicher Intimität und überwältigender Körperlichkeit und verbindet nostalgische Klangtexturen mit einem filmischen Gefühl für Raum und Bewegung.

Neben seiner Solokarriere hat Lodewijk Musik für Künstler wie Wende, Sevdaliza und Santan Dave geschrieben und produziert sowie die Musik für das gefeierte Indie-Videospiel „Katana ZERO“ komponiert. Sein Hintergrund in der bildenden Kunst und sein räumliches Denken prägen nach wie vor auf subtile Weise sowohl seine Kompositionen als auch seine Live-Auftritte, bei denen Klang eher als etwas Skulpturales und Physisches denn als rein Musikalisches betrachtet wird. Seine internationale Bekanntheit wuchs mit der Veröffentlichung von SUPER8 MEMORY im Jahr 2024 erheblich, einem Album, das sich um das Trautonium dreht – eines der frühesten elektronischen Instrumente überhaupt, das 1929 entwickelt wurde. Anstatt das Instrument als historisches Artefakt zu behandeln, näherte sich LudoWic ihm als etwas Lebendigem und emotional Unmittelbarem. Das Album machte den Klang des Trautoniums einem neuen internationalen Publikum bekannt und wurde von Künstlern wie Pete Townshend, Ólafur Arnalds, Joep Beving, Patrick Watson und SYML gelobt.

Sein neuestes Werk, „Nunc Stans“, markiert eine weitere Entwicklung dieses Klanguniversums. Das Album entstand während vier Monaten fast völliger Isolation und reflektiert über Vergänglichkeit, Erinnerung und die Erfahrung der Zeit selbst. Neben dem Trautonium bringt LudoWic das Ondes Martenot in seine Arbeit ein – ein weiteres seltenes frühes elektronisches Instrument, dessen Klang sowohl Zerbrechlichkeit als auch Intensität in sich trägt. Obwohl beide Instrumente in der frühen Entwicklungsphase der elektronischen Musik im 20. Jahrhundert entstanden sind, wurden sie in einem zeitgenössischen musikalischen Kontext selten so explizit miteinander kombiniert. Diese physische und emotionale Unmittelbarkeit setzt sich in LudoWics Live-Auftritten fort. Umgeben von einer komplexen Landschaft aus analogen Instrumenten, Kabeln, Resonanzlautsprechern und Bandechos wird jeder Klang in Echtzeit erzeugt und manipuliert. Anstatt den Entstehungsprozess hinter Bildschirmen oder Abstraktion zu verbergen, rücken die Performances den Akt der Klangerzeugung vollständig in den Blickpunkt und ermöglichen es dem Publikum, nicht nur die Musik selbst zu erleben, sondern auch die Gesten, Unvollkommenheiten und Interaktionen, die sie im Moment prägen. LudoWic ist bereits an Veranstaltungsorten und auf Festivals wie dem Concertgebouw, dem Funkhaus Berlin, dem Eye Filmmuseum, der ADE und dem Artonov Festival aufgetreten und wird ab September auf einer internationalen Tournee durch Deutschland, Dänemark, Belgien und die Niederlande zu sehen sein. Sowohl in seinen Aufnahmen als auch in seinen Live-Auftritten erforscht er weiterhin, wie Klang unsere Wahrnehmung von Zeit, Präsenz und emotionalem Gedächtnis beeinflussen kann.

Preisinformation:

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Location

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