Von Donnerstag bis Sonntag präsentiert das Filmprogramm beim Rundgang 2025 insgesamt 44 Filme von Studierenden der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), die in den letzten zwölf Monaten im Rahmen des Studiums entstanden sind. Gezeigt werden Spielfilme, Dokumentarfilme, Animationen, Experimentalfilme und hybride Formen des filmischen Erzählens, die in 13 Programmblöcken in der Aula der KHM und im Filmforum im Museum Ludwig gezeigt werden.
Donnerstag, 17. Juli, 14 Uhr, Eintritt frei
Aula der KHM, Filzengraben 2, 50676 Köln
Moderation: Prof. Ulrike Franke
Für Çiçek, 2025, 25 Min.
Experimentalfilm von Dilara Raika Er
Gemeinsam mit ihrer Mutter kehrt die Filmemacherin in das seit Jahren verlassene Haus ihrer Großmutter in der Türkei zurück. Dieser Ort wird zum Schauplatz einer Auseinandersetzung mit familiären und gesellschaftlichen Gewalterfahrungen. Im Zentrum steht die Geschichte ihrer Familie, die in den 1970er Jahren im Zuge der sogenannten Gastarbeiter*innenbewegung aus der Türkei nach Deutschland kam. Die älteste Tochter wird von einem Nachbarn missbraucht. Statt Unterstützung erfährt sie Schuldzuweisungen durch die deutsche Justiz, Verharmlosung der medialen Berichterstattung und Isolation durch die eigene Familie, bis sie sich im jungen Alter das Leben nimmt. Ihr Schicksal bleibt jahrzehntelang verschwiegen und doch allgegenwärtig – die Last wird an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. „Für Çiçek“ erzählt von den Spuren rassistischer und patriarchaler Gewalt, die sich durch Generationen ziehen, und davon, wie und ob eine Sprache für das Unsagbare gefunden werden und Heilung stattfinden kann.
Das Hexen-Syndikat, 2024, 70 Min.
Dokumentarfilm von Fabiana Fragale
Was ist eigentlich mit der feministischen Solidarität los? Die Filmemacherin macht sich auf die Suche nach Antworten und trifft dabei auf Hexen. Sie wird hineingezogen in eine Welt mit einer genauso düsteren Vergangenheit wie lebensbejahenden Praxis, voller Gegensätze, die alle Regeln außer Kraft setzt. Die Spuren der Hexen führen sie vom Touri-Shop in die Kirche, von TikTok bis ans Meer.
Nach der Vorführung erzählen die anwesenden Regisseur*innen, Autor*innen und Bildgestalter*innen in einem Publikumsgespräch vom Entstehungsprozess ihrer Filme und stellen ihre Filmteams vor.