FOTO: © Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Ausverkauft | Stille Post Diskussion: Krieg der Bilder? Medienberichterstattung in Zeiten von Fake News und Bildmanipulation · Kino, Filmpremiere

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Ein Film auf wahren Begebenheiten: Khalil ist Grundschullehrer und lebt mit seiner Freundin, der Journalistin Leyla, in Berlin. Als sie ihm Kriegsvideos aus seiner Heimatstadt in der Türkei – der kurdischen Stadt Cizre zeigt – gerät Khalils geordnetes Leben aus den Fugen: Er meint, seine tot geglaubte Schwester in den Amateuraufnahmen erkannt zu haben. Über die kurdische Gemeinschaft versucht er mit ihr Kontakt aufzunehmen. Im Gegenzug soll er die Kriegsvideos in die deutschen Nachrichten bringen. Doch kein Sender zeigt Interesse, denn andere Konflikte haben einen höheren News-Wert. Erst als Khalil und Leyla die Videos manipulieren, bekommen sie die mediale Aufmerksamkeit, die sie sich gewünscht haben: Es wird berichtet und politische Debatten nehmen Fahrt auf. Doch als der Konflikt auch Khalils Schulkasse erreicht, realisiert er, es gilt nicht mehr nur, im Wettbewerb der Nachrichtenbilder zu bestehen, sondern auch, sein eigenes Leben in Berlin zu beschützen.

Stille Post kreist um politische und ethische Fragen: Wie kommt es, dass über manche Kriege berichtet wird – und über andere nicht? Darf man ein Kriegsbild manipulieren, um dadurch die öffentliche Aufmerksamkeit zu wecken?

Zum Trailer [https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=Eai_BEjeyIc&feature=emb_logo]

Anlässlich des Kinostarts von Stille Post am 15. Dezember läuft der Film als Preview in der Volksbühne. Dem hochaktuellen Themenhintergrund schließt eine Diskussion über Bildmanipulation in der Kriegsberichterstattung an.

DISKUSSION: KRIEG DER BILDER? MEDIENBERICHTERSTATTUNG IN ZEITEN VON FAKE-NEWS UND BILDMANIPULATION.

In den heutigen Kriegen ist die mediale Aufmerksamkeit genauso umkämpft wie die militärische Front. Mit unseren Podiumsgästen gehen wir den Fragen nach, warum manche Kriege in unseren Nachrichten auftauchen und über andere gar nicht berichtet wird. Wir wollen wissen, was ein Kriegsbild heutzutage leisten muss, wenn die Erwartung des Zuschauers an Kriegsberichterstattung vorwiegend von Kinofilmen geprägt ist. Wie verändert sich der Journalismus, wenn die Manipulation von Bildern spielerisch einfach gelingt, aber die Überprüfung von Bildmanipulationen für den News-Takt zu zeitintensiv und zu komplex ist?

Wir werden an diesem Abend den Versuch unternehmen, über neue Wege nachzudenken, ob und wie sich Krieg zeitgemäß erzählen lässt.

Auf dem Podium:

Juan Moreno (Investigativ-Journalist)Alexandra Rojkov (Spiegel-Kriegsreporterin)Florian Hoffmann (Regisseur von Stille Post)Moderation: Azadê Pesmen (Journalistin)

 

Juan Moreno, geboren 1972 in Huércal-Overa (Spanien), arbeitete zunächst für den WDR, dann für die Süddeutsche Zeitung. Seitdem ist er vor allem für den SPIEGEL in aller Welt unterwegs. Moreno hat mehrere Bücher geschrieben, u.a. Teufelsköche (2011), Uli Hoeneß (2014) und zuletzt Tausend Zeilen Lüge (2019) über den Fall Relotius, einen der größten Medienskandale der Nachkriegsgeschichte. Das Buch wurde zum Nr.-1-Bestseller, Juan Moreno als Journalist des Jahres 2019 ausgezeichnet. 2020 startete er für den SPIEGEL den vielbeachteten Auslands-Podcast Acht Milliarden.

Alexandra Rojkov wurde in St. Petersburg geboren und wuchs in Schwaben auf. Stationen in Riga, Kairo, Paris und Jerusalem. Ihre Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem CNN Journalist Award für Auslandsjournalismus und dem Axel-Springer-Preis. Das Forbes Magazine zählte sie 2016 zu den 30 besten europäischen Journalisten unter 30 Jahren. Aktuell arbeitet sie als Reporterin für das Auslandsressort des SPIEGEL.

Florian Hoffmann wird 1987 in Berlin geboren. Nach seinem Abitur ist er in der Entwicklungszusammenarbeit in West-Afrika tätig. Anschließend absolviert er ein Studium der Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaften an der Universität Basel (Schweiz). 2011 beginnt er sein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Seit 2015 realisiert er als Regisseur seine eigenen abendfüllenden Spiel- und Dokumentarfilme, die auf zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet wurden. Bei der diesjährigen Berlinale wurde er als „Berlinale Talent“ ausgewählt.

Azadê Peşmen war zum ersten Mal 2010 beim argentinischen Community-Radio Radio Gráfica in der Rap-Sendung Rimas Rebeldes live auf Sendung und hat seitdem das Mikro nicht mehr aus der Hand gelegt. Azadê hat beim Deutschlandfunk ein Volontariat absolviert und berichtet für die ZEIT aus Brasilien, der Türkei und dem Irak und hostet Storytelling-Podcasts wie „Deso – der Rapper, der zum IS ging“ oder den täglichen Nachrichtenpodcast „Was jetzt?“

Stille PostMit: Hadi Khanjanpour, Kristin Suckow, Jeanette Hain, Aziz Capkurt, Jacob MatschenzRegie: Florian HoffmannKamera: Carmen TreichlEditor: Marco RottigTonmeister: Adel GamehdarSzenenbild: Anne Storandt, Winnie ChristiansenKostüme: Laura Kirst

Auszeichnungen für Stille Post u.a.: „Best Film Silver Award New York 2022”, „Publikumspreis“ Madrid Filmfestival 2022, „Bester Schauspieler“ + „Bestes Drehbuch“ Achtung Berlin-Filmfestival 2022, „Prädikat Besonders Wertvoll“ FBW, „Publikumspreis“ Black Nights Filmfestival Tallinn 2021, „Publikumspreis“ Thessaloniki Filmfestival 2022, „Preis der Jury“ European Work-in-Progress 2021

Location

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Linienstraße 227
10178 Berlin

Hol dir jetzt die Rausgegangen App!

Sei immer up-to-date mit den neuesten Veranstaltungen in Berlin!