Die Tänzerin und Choreografin Isabelle Schad stellt in “The Shift of Focus” die Schwerpunktverlagerung ins Zentrum des Geschehens und nimmt auf metaphorischer Ebene eine Verschiebung von Wahrnehmung und Perspektive in den Blick. In einer mobilen Landschaft aus weichem Untergrund und fliegenden Wänden verhandeln 15 Performer*innen ihre Figurationen zwischen Protagonist*in und Chor, archetypischen und natürlichen Kräften, Bühnenmechanik und Marionette. Die Aktionen der Performer*innen oszillieren dabei zwischen fliegen und fliegen lassen, ziehen und gezogen werden, tragen und sich tragen lassen, und ihre Rollen scheinen endlos umkehrbar. Leichtigkeit wird hier zur Antwort auf die Schwerkraft (und das Leben). Allmählich entfaltet sich ein Sog aus hybriden Verbindungen, in dem Körperlichkeiten und Material, Poesie und Humor, Stimme und Geräusch, gegenseitige Fürsorge und der wilde Flow einer Gruppe in Bewegung miteinander verwoben sind.