Michael Mann – heute vor allem bekannt als Schöpfer von Heat, dem Banküberfall-Film, den seither jeder kopiert hat – legte mit Thief sein Spielfilmdebüt vor. Und man kann mit Fug und Recht sagen: Hier fing alles an.
James Caan, knapp ein Jahrzehnt nach seiner umjubelten Nebenrolle in Der Pate, trägt diesen Film als akkurat arbeitender, gewissenhafter Safeknacker, der sein Leben nach strengen eigenen Regeln führt. Als er sich in eine Frau verliebt und anfängt, sich ein normales Leben vorzustellen, gerät er immer tiefer in die Fänge eines lokalen Gangsters – und sein sorgfältig konstruiertes System beginnt zu bröckeln.
Mann inszeniert Chicago bei Nacht als funkelndes, unerbittliches Tableau aus Neonlichtern, nassem Asphalt und synthetischen Klängen – der Soundtrack von Tangerine Dream ist längst legendär. Thief ist ein Film über Kontrolle: wer sie hat, wer sie verliert, und was ein Mann bereit ist zu zerstören, wenn er merkt, dass sie ihm nie wirklich gehört hat.