Aydın, ein ehemaliger Schauspieler, führt ein kleines Hotel in den Bergen Kappadokiens. Er sieht sich selbst als intellektuelles Oberhaupt der Gemeinde, schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung und träumt davon, eine Geschichte des türkischen Theaters zu verfassen. Doch unter der Oberfläche seines scheinbar geordneten Lebens brodeln Konflikte: Die Beziehung zu seiner deutlich jüngeren Frau Nihal ist von Entfremdung geprägt, und auch mit seiner Schwester Necla kommt es regelmäßig zu Streitigkeiten. Als ein kleiner Junge aus einer verarmten Pächterfamilie eine Scheibe an Aydins Auto einwirft, gerät das mühsam aufrechterhaltene Selbstbild des Hoteliers ins Wanken und legt die tiefen sozialen Klüfte der Region offen.
Regisseur Nuri Bilge Ceylan gewann für dieses monumentale Epos 2014 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes. Der Film steht in der Tradition der großen russischen Literatur, insbesondere Tschechows, und nutzt die karge, verschneite Landschaft der Türkei als Spiegel für die Einsamkeit seiner Protagonisten. Mit seinen langen, philosophischen Dialogen gilt Winterschlaf als Meilenstein des modernen Weltkinos.