Wilhelm Bracke gründete in den 1860er Jahren mehrere Vereine in Braunschweig. 1870 wurde er inhaftiert und ins ostpreußische Lötzen überstellt, weil er sich in einem Flugblatt gegen den französisch-preußischen Krieg ausgesprochen hatte.
Von 1877 bis 1879 war Bracke Mitglied des deutschen Reichstags; aus Gesundheitsgründen zog er sich dann zurück. Er war politischer Agitator, Verleger, Publizist, Druckereibesitzer und Philantrop. Ab 1869 stand er in Kontakt mit Karl Marx und Friedrich Engels; diese Verbindung hatte lebenslang Bestand.
1871 gründete Bracke eine Druckerei und den Verlag Wilhelm Bracke jr. Braunschweig, der vorrangig sozialistische Schriften herausgab. Ab Oktober 1871 wurde die Tageszeitung „Volksfreund“ in der Druckerei hergestellt. Bis 1878 erschienen dort über 60 Bücher und zahlreiche politische Publikationen. In diesem Jahr wurde das „Sozialistengesetzes“ erlassen. Damit war das Ende der verlegerischen Tätigkeit Brackes abzusehen. 1880 verkaufte er seine Druckerei an vier Mitarbeiter.
Exponat des Monats ist das Porträtmedaillon von Bracke, das in der industriegeschichtlichen Ausstellung im Altstadtrathaus „Mensch, Maschine!“ zu sehen ist.
Vortrag von Gundolf Algermissen.
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