Sondervorstellung am Freitag, 29.05.26, 19:30 Uhr (engl. OmU) in Kooperation mit dem 37. Heidelberger Symposium
Einführung und Publikumsgespräch mit Prof. Dr. Henry Keazor und Alexandra Vinzenz (Institut für Europäische Kunstgeschichte - Universität Heidelberg)
USA 2013 | Regie: Spike Jonze | 127 Min. | FSK 12
Darsteller*innen: Joaquin Phoenix, Scarlett Johansson, Amy Adams, Rooney Mara
Wir zeigen „Her“ und gehen in einer kurzen Einführung sowie im Publikumsgespräch nach dem Film der Frage nach, wie sich Persönlichkeit in der Beziehung zwischen Mensch und KI formt und zugleich in eine emotionale Krise gerät, wenn Nähe nicht mehr eindeutig menschlich ist. Zugleich fragen wir, wie der Film diese Konstellation ästhetisch gestaltet: Durch seine reduzierte, von warmen Farben und ruhigen Einstellungen geprägte Bildsprache sowie die fast körperlose Präsenz digitaler Interfaces entwirft er eine visuelle Welt, in der Nähe und Einsamkeit zunächst auf geradezu paradoxe Weise ineinander überzugehen scheinen.
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FBW - Filmbewertung: Prädikat besonders wertvoll:
Theodore ist erfolgreich in seinem Beruf. Wie kaum ein anderer schreibt er einfühlsame handgeschriebene Briefe im Auftrag anderer, voller Liebe, Wärme und Zuneigung. Doch privat hat ihn das Glück verlassen. Die Scheidungspapiere liegen auf dem Tisch, eine neue Liebe scheint nicht in Sicht. Eines Tages installiert Theodore bei sich das personalisierte Computersystem OS. In „Samantha“ findet er eine verständnisvolle Zuhörerin, die Witz, Charme und Intuition besitzt und auf ihn eingeht. Und bald schon ist Samantha mehr für Theodore als nur die Stimme aus dem Computer. Die Grundidee des Films klingt aberwitzig und futuristisch: Eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Maschine. Doch obwohl der Film von Spike Jonze in der Zukunft spielt, sind wir schon heute, mit der Kommunikation fern vom persönlichen zwischenmenschlichen Kontakt, gar nicht so weit davon entfernt. Und doch setzt der Film ganz auf Gefühl: Ganz zart entwickelt sich diese ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Theodore und Samantha (im Original von Scarlett Johannsen gesprochen), die das herausragende Drehbuch von Jonze selbst immer wieder mit kleinen Gags auflockert und vielen dramaturgisch geschickt gesetzten Wendungen versieht. Joaquin Phoenix meistert dabei eine unglaubliche Aufgabe. Er spielt große Teile des Films nur mit einer Stimme im Ohr und es gelingt ihm dennoch, Gefühle von Verliebtheit, Zuneigung und Sehnsucht glaubhaft zu übermitteln. Die Musik, immer passend zur Stimmung, und die perfekt inszenierte Bildsprache spielen eine weitere wichtige Rolle in der Annäherung der Beiden. Spike Jonze widmet sich der Liebe in all ihren Facetten. Ob sie vergangen ist, freundschaftlich, romantisch oder vergebens. All dies macht HER zu einem so wahrhaftigen, ehrlichen und tief berührenden Film über das Wesen der Liebe. In welcher Form auch immer.
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