Das sagt der/die Veranstalter:in:
MY OWN PRIVATE IDAHO ist ein Film, der mit seiner Mischung aus Roadmovie und Coming-of-Age-Drama überzeugt. Im Mittelpunkt stehen Mike (River Phoenix) und Scott (Keanu Reeves), zwei Freund:innen und Sexarbeiter:innen, die gemeinsam von Portland über Idaho bis nach Italien reisen, auf der Suche nach Mikes Mutter. Dabei spiegelt sich das harte Leben auf der Straße und die inneren Konflikte der Figuren wider: Scott stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und plant seine Zukunft, während Mike mit narkoleptischen Anfällen und unerfüllter Liebe zu kämpfen hat.
Gus Van Sant schafft mit dem Film eine Atmosphäre, in der Identität über einfache Definitionen hinausgeht. Statt klarer Labels setzt er auf vielschichtige, emotionale Erzählweisen, in denen Liebe und Verlust zentrale Rollen spielen. Inspiriert von Shakespeare und dem Sound der B-52s, verbindet der Film eine dynamische Ästhetik mit einer intensiven Beschäftigung mit den Gefühlen seiner jungen Hauptfiguren. Themen wie Drogenkonsum, Sexarbeit und Einsamkeit ziehen sich als roter Faden durch die Geschichte, ebenso das Bedürfnis nach Zugehörigkeit – sei es in der biologischen Familie oder in der „chosen family“, die man sich selbst aussucht.
MY OWN PRIVATE IDAHO zählt als ein wichtiger Beitrag zum New Queer Cinema der frühen 1990er Jahre, das mit unkonventionellem Erzählen neue Perspektiven auf queere Leben eröffnet. Die Darstellung queer geprägter Sehnsüchte und Verletzlichkeit wird um eine avantgardistische Bildsprache ergänzt, ohne dabei Scham oder Krankheit als primäre Belastungen zu thematisieren. Stattdessen steht das menschliche Leiden im Vordergrund, unabhängig von sexueller Orientierung – ein Film für alle, die sich für emotionale Tiefe und ungewöhnliche Erzählformen interessieren.