Parviz Sayyad ist zu Gast im Karlstorbahnhof beim Salon Underground. Es wird eine Lesung sowie eine Podiumsdiskussion mit Sayyad und weiteren Teilnehmer*innen, darunter Jasmin Tabatabai und Niloufar Taghizadeh, moderiert von Frederic Ulferts, stattfinden. Sayyad wird Passagen aus seinen Büchern lesen, in denen er seine Erfahrungen mit Zensur und den Einfluss des diktatorischen Regimes auf die Filmwelt thematisiert. Zu sehen sein wird außerdem der preisgekrönten Film „The Mission“ von Parviz Sayyad.
Parviz Sayyad ist eine iranische Schauspiel- und Regielegende und wird wegen seiner Standhaftigkeit gegen die Islamische Republik von seinem Publikum geliebt.
Als die Islamische Revolution 1979 Iran traf, war er der erfolgreichste Filmregisseur des Landes und einer der ersten, der sich weigerte, unter dem neuen Regime weiterzuarbeiten. Nicht, weil er musste, sondern weil er es nicht wollte. Der Preis dafür: 47 Jahre Arbeitsverbot in seiner Heimat. Trotz allem hat er nicht aufgegeben. 1983 gewann er mit „The Mission“ den Hauptpreis der Jury in Locarno, und der Film wurde im selben Jahr auch auf der Berlinale gefeiert. Sayyad lebt heute in den USA und engagiert sich weiterhin stark gegen die Islamische Republik. Seine Filme zeigen die Realität oft so weit voraus, dass sie gesellschaftliche und politische Entwicklungen vorwegnehmen – bereits in den 1980er Jahren konnte er diese tiefgründigen Zusammenhänge erkennen und auf eine Weise darstellen, die bis heute schockiert und dazu anregt, über die Dynamiken der Gesellschaft nachzudenken.